Fotoausstellung „Beziehungswandel“ zum Thema Demenz im evangelischen Gemeindezentrum eröffnet

Kinder übernehmen Eltern-Aufgaben

Einprägsame Ausstellung: Therapeutin Beate Bobke (links) und Pfarrerin Ute Dilger präsentieren ein Foto, das eine an Demenz erkrankte Mutter mit ihrer Tochter zeigt. Foto: Kisling

Ahnatal. Der Umgang mit demenzkranken Menschen ist häufig für das Umfeld des Erkrankten schwierig. Die Krankheit, die vermehrt im hohen Alter auftritt und das Kurzzeitgedächtnis und Denkvermögen beeinträchtigt, ist längst allgegenwärtig. Je nach Studien variieren die Zahlen der Betroffenen in Deutschland zwischen einer und 1,5 Millionen Erkrankten.

Die neue Ausstellung „Beziehungswandel“ im evangelischen Gemeindezentrum befasst sich mit der Thematik und zeigt dabei anhand von 22 Tafeln mit Fotos und Texten von Familienmitgliedern von Demenzkranken aus der Region vor allem die positiven Seiten des sich wandelnden Verhältnisses.

„Der Blick soll nicht auf das Schicksal des Erkrankten als Defizit gerichtet werden. Die Beziehung zwischen ihm und seinem familiären Umfeld hat sich nicht verschlechtert, nur gewandelt“, erklärt Pfarrerin Ute Dilger die Intention. Der Arbeitskreis Tagespflege Region Kassel hatte für die Ausstellung mit verschiedenen Tagespflegeeinrichtungen aus und um Kassel zusammengearbeitet.

Vor allem das Umfeld und die persönliche Lebensgeschichte der betroffenen Person wurden dabei recherchiert. Heraus kam eine Ausstellung, in der von Angehörigen berichtet wird, die nun die Aufgaben ihrer Eltern oder Geschwister übernehmen, die diese früher für sie als Kinder wahrgenommen hatten.

Dass der Charakter des Erkrankten sich nicht durch die Beeinträchtigung ändern muss, beweisen einige Bilder, die den Humor eines Betroffenen zeigen. „Wir haben häufig ein altes Foto neben ein aktuelles gehängt. Dabei werden die Gemeinsamkeiten deutlich“, erklärt Dilger. Es sei wichtig, den Demenzkranken nicht das Gefühl der Isolation, sondern das der Unterstützung und des Vertrauens zu vermitteln.

Die Fotoausstellung ist noch bis zum 20. November im evangelischen Gemeindezentrum montags bis samstags zwischen 16 und 18.30 Uhr zu sehen. Außerdem wird am Donnerstag, 17. November, ab 19 Uhr Therapeutin Beate Bobke eine Erzählstunde am Kamin zum Thema Biografiearbeit halten. Der Eintritt ist frei. (ptk)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.