Regenbogenschule Lohfelden wurde in bundesweites Programm gegen Rassismus aufgenommen

Kinder wollen faires Miteinander

Lässige Darbietung: Der Chor der Regenbogenschule trat mit dem Lied „Applaus, Applaus“ bei der Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ auf. Fotos:  Wienecke

Lohfelden. Den Bürgermeister ihrer Gemeinde lieben die Kinder der Regenbogenschule in Lohfelden offenbar sehr: Michael Reuter (SPD) wurde bei der Titelverleihung zum Programm „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ so freudig begrüßt wie ein Rockstar.

Von der Kinderkonferenz, an der jeweils ein Schüler der 15 Klassen teilnimmt, wurde er gebeten, die Patenschaft zu dem Projekt zu übernehmen. Auch Michael Scholz, einer der Direktoren des Staatlichen Schulamts in Kassel, kann bei den 320 Grundschülern mit 15 Nationalitäten gut punkten.

Er lobt einen Jungen, der zuvor in der Aula einen Streit geschlichtet hat. „Das hier ist die erste Grundschule im Landkreis Kassel, die sich erfolgreich für das bundesweite Programm beworben hat“, erläutert Michael Scholz.

Malte Lantzsch von dem Kasseler Verein MBT Hessen (Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus und Rassismus für demokratische Kultur) ist in die Regenbogenschule gekommen, um die Teilnahme-Urkunde zu überreichen. Sein Verein arbeitet mit der Regiestelle des Netzwerks „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ in Berlin zusammen. „Ihr habt euch ins Zeug gelegt und genügend Unterschriften gesammelt“, lobt er die Schüler.

Vor den Sommerferien haben sie darüber hinaus ein Fußballturnier für Fairness veranstaltet.

Kinder nicht ausgrenzen

Vertreter der Kinderkonferenz berichten den versammelten Schülern, was ihnen wichtig ist. Kinder sollen nicht ausgegrenzt werden, weil sie eine Brille tragen, unter Schnupfen leiden oder eine andere Hautfarbe haben, sagen sie. „Mehr Ausflüge und eine Schule ohne Rassismus“, wünscht sich Jonas. Lasse will, dass nicht mehr beleidigt und geprügelt wird. „Alle sollen gerecht zueinander sein und sich helfen“, fordert Lilian. Und David möchte, dass Kinder, die etwas Blödes getan haben, auch von den Lehrern angesprochen werden.

„In einer Klasse wurden Situationen von Ausgrenzung und Diskriminierung von Kindern durch andere Kinder und durch Eltern bekannt“, berichtet Ilse Eckardt.

Bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema wurde gemeinsam die Bewerbung um Aufnahme in das Programm beschlossen, erläutert die Schulleiterin. „Danke, dass ihr euch mit dem Projekt auf den Weg macht“, sagt der Bürgermeister über seine Patenschaft und erntet, wie schon zu Beginn, tosenden Applaus.

Kontakt: Regenbogenschule, Friedrich-Ebert-Ring 1-2, Tel. 0561/ 51 23 45, www.schulserver.hessen.de/lohfelden/regenbogen

Von Bettina Wienecke

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