Skulptur für Kreisel soll Brücke zwischen Espenau und Partnerort Imst schlagen

Kinderbilder aus Stahl

Von der Zeichnung zur Skulptur: Kassian Erhart zeigt die Kinderzeichnungen, die Grundlage für die von Karl Markl gefertigten Stahlskulpturen sind. Am heutigen Montag werden diese auf dem Kreisel der Neuen Mitte aufgestellt. Fotos: Sommerlade

Espenau. Die sieben Kinder auf der Wiese haben Charme. Dicht nebeneinander gereiht stehen sie derzeit noch in Karl Markls Garten in der Rundstraße 14.

Obwohl sie unbeweglich, stumm und aus kühlem Stahl gefertigt sind, üben die kleinen Skulpturen eine ungewöhnliche Faszination auf den Betrachter aus. Die Kunstwerke sind das Gemeinschaftswerk des Espenauer Bau- und Kunstschlossermeisters und des Tiroler Steinbildhauers Kassian Erhart. Der 64-Jährige aus Österreich ist einer der sechs Künstler des European Art Camp Plus (EUARCA+) und arbeitet gemeinsam mit Markl an einer Skulptur, die künftig auf dem Kreisel der Neuen Mitte stehen wird.

Das vorgegebene EUARCA-Thema Macht und Verantwortung setzt Erhart dabei in einer Komposition aus Steinen, Stahl und Kinderzeichnungen um. „Es hat sehr lange gedauert, bis ich die zündende Idee hatte“, erinnert sich Erhart an die lange Zeit der Auseinandersetzung mit dem Thema.

Da der Kontakt nach Espenau und zu EUARCA+ über das Kinderdorf Imst entstanden war, sollten Kinder auch im späteren Kunstwerk eine Rolle spielen. Und weil Steine für den Bildhauer aus Wenns die bevorzugten Materialien für seine Skulpturen sind, war mit dem fünf Tonnen schweren Gneis aus dem Bitztal schnell der Grundstock für die Skulptur gelegt. „Das Thema Verkehrskreisel, Kinder sowie das zentrale Thema Macht und Verantwortung zu integrieren, war jedoch eine echte Herausforderung“, so Erhart.

„Viel Spaß gemacht“

Eine, die ihm allerdings viel Freude bereitet habe. Die Idee, Zeichnungen von Kindern, den schwächsten Gliedern einer jeden Gesellschaft, in sein Kunstwerk einzubauen, betrachtet er rückwirkend als einen sehr guten Einfall. Die Brücke zwischen Österreich und Deutschland schlug er dabei mit Zeichnungen von Kindern aus Imst und Espenau. „Es hat viel Spaß gemacht, sich mit den Kinderzeichnungen auseinanderzusetzen. Es lohnt sich, die Zeichnungen sehr genau zu betrachten und sie so genau wie möglich in die Skulptur zu übertragen.“

Dabei war ihm der Espenauer Kunstschmied Markl gern behilflich. Aus 300 Kilo Stahl fertigte er nach Anleitung des Künstlers die Figuren. „Es ist eine neue, ungewöhnlich Aufgabe für mich, die mir aber sehr viel Freude bereitet“, so der 75-Jährige. Am Montagvormittag wird das Duo beginnen, die Kinderskulpturen sowie die riesigen Steinhälften auf dem Verkehrskreisel der Neuen Mitte zu positionieren. Von der Goethestraße kommend wird gegen Ende der Woche eine steinerne Schlucht sichtbar sein, die von den Kindergruppen aus Espenau und Imst durchquert wird. „Ein Zeichen für viele nette Begegnungen“, so Erhart.

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