Einbau einer Behindertentoilette beschlossen – Finanzierung weiterer Arbeiten noch offen

Kiosk am Bühl ist Sanierungsfall

Hier sollte umgebaut werden: Die zwei alten, von außen zugänglichen Umkleidekabinen (Hintergrund) für Badende im Bühl sollten einer Behindertentoilette weichen, die bis zur Außenmauer vorgezogen wird. Links die Tür zur Damentoilette müsste dann versetzt werden, sagt Reiner Herrmann, Liegenschaftsverwalter der Gemeinde. Fotos: Schräer

Ahnatal. Der Kiosk am Bühl einschließlich Toilettenanlagen und Minigolfplatz ist ein Sanierungsfall. Das Freizeitangebot ist in die Jahre gekommen. Die aktuelle Substanz der Gesamtanlage entspreche maximal dem Stand der 80er-Jahre, heißt es in einem Papier aus dem Rathaus.

In dem hat Reiner Herrmann, Liegenschaftsverwalter der Gemeinde, aufgelistet, was bei einer Sanierung alles zu machen wäre. Und kam auf summierte Kosten von 99 300 Euro (siehe Hintergrund).

Nicht alles Wünschenswerte ist auch machbar oder genauer gesagt bezahlbar. Dies mussten die Ahnataler zuletzt bei der Diskussion um ein Museum erfahren. Die Idee, dieses im ehemaligen Feuerwehrhaus Heckershausen einzurichten, scheiterte an der Parlamentsmehrheit - aus Kostengründen.

So betont Bürgermeister Michael Aufenanger denn auch beim Kiosk am Bühl, dass die erstellte Vorlage eine Optimallösung sei, ungeachtet der Finanzierbarkeit. Diese sei aber das entscheidende Kriterium. Was umgesetzt werde, darüber befinde die Gemeindevertretung im Rahmen ihrer Haushaltsdebatte für das laufende Jahr.

So hätte zum Beispiel der Einbau einer Heizungsanlage durchaus Vorteile. „Dann könnte die Gastronomie im Kiosk als Ganzjahresbetrieb geführt werden“, sagt Aufenanger. Räumt dieser Maßnahme allerdings wenig Erfolgsaussichten ein. Beschlossen haben die Fraktionen den Einbau einer Behindertentoilette. Dafür waren 2011 bereits 15 000 Euro bereitgestellt. Außerdem seien weitere 15 000 Euro verfügbar, die für den Einbau einer solchen Toilette im Bahnhof Weimar vorgesehen waren, die nicht erforderlich ist, sagt Aufenanger.

Am Kiosk soll der Einbau dort erfolgen, wo sich derzeit noch die beiden von außen zugänglichen Umkleidekabinen für den Badesee befinden. „Die nutzt niemand mehr“, sagt Herrmann. Die neue Toilette würde bis an die Außenmauer vorgezogen, die hintere Wand müsste außerdem noch versetzt werden, um ausreichenden Platz für Rollstuhlfahrer zu schaffen. Durch diesen Umbau müsste auch noch der Eingang zur Außentoilette für Damen verlegt werden.

Die Parlamentsentscheidung vorausgesetzt, sollte der Umbau laut Bürgermeister bis zum Saisonbeginn Anfang April erledigt sein. Noch sucht die Gemeinde allerdings einen Pächter für die Anlage.

Hintergrund

Minigolf statt Schwimmbad

Die Gebäude am Bühl wurden 1976 errichtet. Bis 1999 wurde die Anlage (2000 m2) als Schwimmbad genutzt, wegen anstehender Sanierung zugeschüttet und als Minigolfanlage umgebaut.

Insgesamt 99 300 Euro könnten nach Berechnung der Verwaltung in die Sanierung folgender Bereiche fließen:

• Verkaufsschalter: 13.300 Euro;

• Küche: 8000 Euro;

• Toiletten: 20.000 Euro;

• Behinderten-WC: 15.000 Euro;

• Heizungseinbau: 25.000 Euro;

• Versorgungsleitungen: 5000 Euro;

• Minigolfbahnen: 3000 Euro;

• Nebenkosten: 10.000 Euro. (mic)

Von Michael Schräer

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