Renaturierung der Bauna erfordert großes Gerät

Bohrer frisst sich für die Brücke in die Tiefe

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Bagger im Bach: Weiter aufwärts erweitert die Firma Küllmer-Bau aus Wehretal das Bett der Bauna und profiliert es.

Baunatal. In der Ortsmitte von Kirchbauna haben die Gründungsarbeiten für eine neue Fußgängerbrücke über die Bauna begonnen. „Man muss sicher sein, dass die Pfähle auf tragfähigem Grund stehen“, sagt Christian Stragge.

Der Baumaschinenführer aus Hannover-Hainholz steigt in die Fahrerkabine seines schweren Drehbohrgeräts, um auf den festen Untergrund in vier bis sechs Metern Tiefe vorzustoßen.

Die Brücke soll die 30 Meter flussabwärts liegende Brücke am Festplatz ersetzen, die sich bei Hochwasser oftmals als Nadelöhr erwiesen hat. Schon vor fünf Wochen rückten die ersten Bagger in Kirchbauna an, um die Bauna aufzuweiten und besonders steile Böschungen zu sichern. Auch Erdwälle werden angelegt, um drohende Wassermassen im Ernstfall von den Wohngebieten fernzuhalten.

760 000 Euro nimmt der Verband für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz Baunatal-Schauenburg (VAH) für diesen Teilbereich in die Hand, um höchstmöglichen Schutz vor einem hundertjährigen Hochwasser zu gewährleisten. 460 000 Euro kommen als Zuschuss vom Land Hessen.

Schweres Gerät im Ortskern

„In kritischen Situationen rauschen bis zu 40 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch die Ortslage von Kirchbauna, dafür reichte der Querschnitt der bestehenden Brücke nicht aus“, sagt Hartmut Wicke. Der VAH-Geschäftsführer kündigt für 2013 Hochwasserschutzarbeiten in Guntershausen und für 2014 den Bau eines 100 000 Kubikmeter großen Rückhaltebeckens an der Hunsrückstraße in Kirchbauna an.

Am Bachufer geht es indessen rund. Das Spezial-Brunnendrehbohrgerät der Firma Gebrüder Fleck beweist seine Vielseitigkeit. Die Bohrung hat jetzt den festen Untergrund erreicht.

Ein Stahlbewehrungskorb wird in die Rohrtour eingelassen und mit Beton aus dem bereitstehenden Spezialtransporter verfüllt. Nach dem Betonieren wird das Mantelrohr aus dem Bohrloch gezogen.

Für die Widerlager der Brücke werden auf beiden Seiten der Bauna je zwei dieser 60 Zentimeter dicken Betonpfähle gesetzt. Die neue Fußgängerbrücke soll schon Anfang November fertiggestellt sein. Die zu kleine alte Brücke hat dann ausgedient und wird abgerissen.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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