Sanierung

Kirche Elmshagen: Unterm Fachwerk ist alles kaputt

Schauenburg. Behält die Kirche in Elmshagen ihr bisheriges Gesicht? Das ist eine Frage, mit der sich derzeit Kirchenvorstand, Förderverein und Architekt Jürgen Rudolph beschäftigen.

Der Unterbau des charakteristischen Fachwerkaufsatzes ist doch kaputter, als vor der Sanierung angenommen, berichten Rudolph und Kirchenvorstandsvorsitzende Irmtraut Göbel. Der Kosten- und der Zeitplan seien dadurch aber bisher nicht in Gefahr.

„Wir wollen das Fachwerk erhalten. In welcher Form ist noch nicht klar“, sagt Göbel, die auch an der Spitze des Fördervereins steht. Wie es mit der Sanierung weitergeht, solle der Kirchenvorstand in den nächsten Tagen entscheiden.

Das Gotteshaus - eines der ältesten in Nordhessen - wird derzeit für 590.000 Euro aufwendig restauriert. Im oberen Bereich sei der Fachwerkaufsatz der in Teilen aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kirche noch in recht gutem Zustand, erläutert der Architekt. Im unteren Teil gebe es aber massive Schäden. „Die Schwellen sind rundum kaputt.“

In früheren Jahren wurde die Kirche in diesem Bereich immer mal wieder notdürftig repariert. Dabei sei nicht darauf geachtet worden, wohin das Wasser abfließt, erläutert Rudolph. Die Feuchtigkeit habe schließlich über Jahre dafür gesorgt, dass viele Balken verfaulten.

Stück für Stück ersetzen die Zimmerleute von der Firma Denkmalpflege Mühlhausen nun die maroden Balken. Dabei verwende man teilweise abgelagerte Hölzer, erläutern die Experten. Zum Teil seien die gut erhaltenen Eichenbalken über 100 Jahre alt. „Alles ist Handarbeit“, sagt Timur Reinz. „Nichts ist von Maschinen vorgefertigt.“

Fotos von der Sanierung der Kirche

Sanierung der Kirche in Elmshagen

Weitgehend abgeschlossen sind die Arbeiten an dem Mauerwerk. Bis zu sieben Meter lange Stahlanker und zahlreiche Edelstahlnadeln wurden in den Mauern versenkt. Fugenmaterial wurde literweise in Hohlräume gepresst. Lediglich die äußere Schicht der Verfugung fehle jetzt noch, so der Architekt.

Während das Dach der Kirche erst gedeckt wird, wenn über die Vorgehensweise beim Unterbau entschieden ist, präsentiert sich der Turm größtenteils schon in neuem Gewand. In luftiger Höhe verpassen die Mitarbeiter der Spezialfirma dem kleinen Wahrzeichen des kleinsten Schauenburger Ortsteils eine neu Schiefereindeckung.

Von Sven Kühling

Rubriklistenbild: © Kühling

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