Gemeinde Altenbauna will neuen Treffpunkt am Marktplatz nutzen

Kirchenzentrum vor Verkauf - Erweiterung von Kindergarten?

Zu teuer geworden: Das Kirchenzentrum Bornhagen muss dringend saniert werden, die Gemeinde hat aber kein Geld. In dem Komplex aus den 70er-Jahren, an den rechts das kommunale Stadtteilzentrum Baunsberg angrenzt, ist auch der Vereinskindergarten Abenteuerland (links unten) beheimatet. Foto:  Jünemann

Baunatal. Die evangelische Kirchengemeinde Altenbauna will ihr Kirchenzentrum am Baunsberg verkaufen und in das geplante Sozialzentrum am Marktplatz Baunatal einziehen. Der Treff an der Birkenallee mit 1700 Quadratmetern Fläche ist der Gemeinde zu teuer geworden.

Möglicherweise nutzt die Stadt Baunatal dortige Räume zur Erweiterung ihres benachbarten Kindergartens Birkenallee, denn derplatzt aus den Nähten.

Das wäre dann neben dem Abenteuerland, das von einem Elternverein betrieben wird, und einer Krippe des Tagesmütter-Vereins die dritte Kinderbetreuung im Klinkerbau am Bornhagen. Der müsste indes dringend baulich und energetisch saniert werden.

Ziel im Blick auf die Kirchengemeinde sei ein nahtloser Übergang, „das wünschen wir uns“, sagt Pfarrer Dirk Muth. Der Umzug könnte Ende 2013 oder Anfang 2014 sein. Mehr sagt der Pfarrer nicht, nicht zu Preisvorstellungen für das sanierungsbedürftige Gebäude und nicht zu möglichen Interessenten.

Treffpunkt seit 1973: Das Kirchenzentrum am Baunsberg nahe der Birkenallee.

Das Kirchenzentrum entstand 1973 als ökumenische Einrichtung. 1985, nach dem Neubau von Kirche und Maximilian-Kolbe-Haus in der Baunataler Stadtmitte, zog die katholische Kirchengemeinde aus. Schon damals hätten die Protestanten über einen Verkauf nachgedacht, schreibt Pfarrer Muth im „Spiegelbild“, der Publikation seiner Gemeinde. Doch wegen des starken Einwohnerzuwachses am Baunsberg sei man geblieben. Heute leben in dem Quartier etwa 5000 Menschen.

Leiseltreff auch betroffen

Schon 2001 sei der Sanierungsbedarf auf eine Million Mark (511 000 Euro) geschätzt worden, umgesetzt habe man aber nur einen ersten Bauabschnitt für 195 000 Euro, so Muth. Neuere Zahlen nennt er nicht, doch dürfte der Sanierungsstau jetzt erheblich höher sein. Neben dem Kirchenzentrums Bornhagen will die Gemeinde den Leiseltreff in der Dürerstraße komplett oder teilweise aufgeben. Zwar habe man im neuen Sozialzentrum viel weniger Fläche, aber durch Synergieeffekte und Bündelung könnten „fast alle bestehenden Gruppen und Angebote in der Begegnungsstätte Platz finden“, schreibt Muth. Und: Auch die Büros von Gemeinde, Kirchenbezirk und geschäftsführendem Pfarrer sollten dorthin.

Im Rathaus gibt es offenbar Überlegungen, im heutigen Kirchenzentrum eine sechste und vielleicht auch eine siebte Gruppe für den gegenüberliegenden Kindergarten Birkenallee einzurichten. „Wir haben eine erfreuliche Entwicklung der Kinderzahlen“, sagt Erste Stadträtin Silke Engler. Allerdings blieben weitere Räume des Kirchenzentrums, die auch sinnvoll genutzt werden müssten. Daher sei noch nichts in trockenen Tüchern.

Von Ingrid Jünemann

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