Sanierung der Fassade zugesagt

Richter-Hallen sollen zum Zentrum für erneuerbare Energien werden

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Trostloser Anblick: Die Fassade der Richter-Hallen in Lohfelden soll saniert werden. Die Gemeinde will die angrenzende Lange Straße sanieren und mit Parkplätzen versehen.

Lohfelden. Es ist still geworden um die Richter-Hallen: Die 60 Jahre alten Industriehallen an der Langen Straße in Lohfelden sollten nach den ursprünglichen Plänen der Kirchner Solar Group (Alheim) längst umgebaut sein.

Sie sollten im Februar 2014 als das erste deutsche Zentrum für erneuerbare Energien (ZEED New Energy) mit Tagungshotel und Schulungszentrum neu eröffnet werden.

Davon ist bisher nichts zu sehen. Zwar wurde das Dach erneuert und mit Fotovoltaik bestückt, doch an den Hallen selbst hat sich nicht viel getan. Wie wird es weitergehen?

„An dem Projekt in Lohfelden halten wir unverändert fest“, teilte Lars Kirchner der HNA auf Anfrage mit. In enger Abstimmung mit der Gemeinde werde man „auch die Hallen-Fassade zur Langen Straße hin wieder in einen ansehnlichen Zustand bringen“, so Kirchner. Wie schnell dies geschehen soll, dazu äußerte er sich nicht.

In der Bevölkerung gibt es erheblichen Unmut über den trostlosen Anblick der Langen Straße. Viele stören sich an dem Anblick der Solarbäume an den alten und teilweise abgerissenen Industriehallen und der immer noch nicht verputzten Fassade.

Lars Kirchner

Mit einem mehrseitigen offenen Brief meldete sich jetzt der Lohfeldener Martin Horbach zu Wort. „Hier sind Vandalen am Werk, die das Viertel verwahrlosen lassen“, schreibt er. Und weiter: „In der Rolle der Vandalen sehe ich hier die Gemeinde in Kooperation mit der Kirchner Solar Group, welche sich anscheinend sang- und klanglos aus der Verantwortung gestohlen zu haben scheint.“

Die Gemeinde will jetzt die Initiative ergreifen. Es habe kürzlich bereits einen Ortstermin mit ZEED und der Wohnungsgesellschaft Wohnstadt gegeben, sagte Bürgermeister Michael Reuter (SPD). Er will die 600.000-Euro-Investition für die Umgestaltung der Langen Straße und die Anlegung von Stellplätzen für die Mieter der gegenüberliegenden Mehrfamilienhäuser mit dem Haushalt 2014 auf den Tisch bringen will.

Michael Reuter

Die hierfür vorgesehenen 600.000 Euro hatte das Gemeindeparlament wegen der Verzögerungen bei ZEED für dieses Jahr gestrichen. Die Gestaltung der Fassade sei Sache von Kirchner-Solar, sagte der Bürgermeister. Vor einem halben Jahr hatte der Solar-Unternehmer Kirchner der Gemeindevertretung erklärt, erst einmal die Entwicklung der in die Krise geratenen Solarbranche abzuwarten.

16 Millionen Euro wolle seine Gruppe in das Projekt investieren, sagte der Solar-Unternehmer damals, fast die Hälfte davon sei für das Dach, die Beseitigung von Umweltschäden, eine neue Heizung und Stromversorgung schon ausgegeben worden. Lars Kirchner ließ damals offen, ob in dieser Summe auch die Kosten für die riesigen Fotovoltaikflächen enthalten sind, mit denen die Dächer und Vorflächen der Industrie-Hallen in den vergangenen drei Jahren bestückt wurden.

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