Gemeinde musste 2012 rund 2,6 Mio. Euro für Kinderbetreuung ausgeben – Mehr als 460 Plätze

Kita-Kosten steigen in Lohfelden

Genügend Nachwuchs in Lohfelden: Die Kita Ochshausen machte den Anfang mit einer neuen pädagogischen Konzeption für die Kinderbetreuung in den verschiedenen Gruppen. Unser Bild zeigt eine Vorschulgruppe während der Konzeptvorstellung. Archivfotos: Wohlgehagen / nh

Lohfelden. Mehr als 2,6 Millionen Euro musste die Gemeinde Lohfelden im vergangenen Jahr für den Betrieb der Kindertagesstätten zuschießen. Die finanzielle Belastung wird weiter wachsen, denn ab August tritt der Rechtsanspruch für die Betreuung von unter Dreijährigen ein.

Durch die stabile Geburtenzahl und den weiteren Ausbau des Baugebiets Lindenberg rechnet die Gemeinde in allen Altersgruppen mit einer steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder.

Öffentliche Diskussion

„Die Nachfrage wird auch durch die öffentliche Diskussion über die rechtlichen Änderungen und das vom Land Hessen vorbereitete Kinderbetreuungsgesetz zusätzlich gefördert“, sagte Bürgermeister Michael Reuter (SPD). Der Verwaltungschef legte jetzt ein Gesamtkonzept für die Kinderbetreuung in der Gemeinde vor.

Zu den Eckpfeilern des Konzeptes gehört der Umbau der Kindertagesstätte in Vollmarshausen. Dort werden die Hortkinder künftig in der Grundschule betreut, die in eine Ganztagsschule umgewandelt wird.

Die Gemeinde stellt dem Landkreis als Schulträger für diese Maßnahme angesichts ihrer Entlastung bei den Kosten der Hortbetreuung eine Million Euro als Zuschuss zur Verfügung. In der Kindertagesstätte werden kurzfristig 20 neue Krippenplätze für Kleinkinder von ein bis drei Jahren eingerichtet (Umbau- und Einrichtungskosten: 94 000 Euro).

Ebenso zügig will die Gemeinde in der Außenstelle Lindenberg der Kita Ochshausen für Kinder ab drei Jahren eine weitere Betreuungsgruppe einrichten (Umbauaufwand: 25 000 Euro). Der prognostizierte Bedarf für Kinder ab zwei Jahren soll durch Umwandlung von Gruppen in der Kita am Quellenweg, in der Kita Vollmarshausen und Einfügen in Krippengruppen gedeckt werden.

Mit Kirche im Gespräch

„Wir sind außerdem mit der evangelischen Kirchengemeinde im Gespräch wegen der Anmietung von Räumen für die Kleinkinderbetreuung im Gemeindehaus am Stadion“, sagte der Bürgermeister. Die Kosten für die Erneuerung stehen noch nicht fest. Er rechne aber mit Entscheidungen im nächsten Kindergartenjahr, so der Verwaltungschef. Außerdem wolle die Gemeinde Lohfelden 18 000 Euro jährlich für Tagesmütter bereitstellen, um spürbare Anreize für diese Tätigkeit zu schaffen. Im Gespräch seien Zuschüsse für die Altersvorsorge von monatlich 100 Euro.

Zu einer Erhöhung der Elternbeiträge – bisher knapp 100 Euro im Monat für das erste und 50 Euro für das zweite Kind einer Familie bei einem Haushaltseinkommen in der Staffelmitte – wollte sich der Bürgermeister gegenüber der HNA nicht äußern.

Diese Entscheidung sei der Gemeindevertretung vorbehalten, die im April zu interfraktionellen Beratungen zusammentrete, sagte Reuter.

Von den politischen Entscheidungsträgern im Bund und Land Hessen erwartet der Bürgermeister eine Willkommenskultur für Kinder, auch im Interesse einer Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Alle Gemeinden müssten in der Lage sein, eine vergleichbar gute Betreuungsqualität anzubieten, sagte Reuter.

Eine Umstellung von der laufenden Trägerentlastung auf die tatsächliche Belegung einer Gruppe, wie sie das Land Hessen plane, sei hierfür kein geeignetes Mittel, sagte der Lohfeldener Bürgermeister.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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