Gemeinde kündigte Erzieherin nach Mobbing-Vorwürfen – Ermittlungen eingestellt

Niestetal: Kita-Leiterin muss gehen

Die Idylle trügt: Im Kindergarten Regenbogen in Heiligenrode war die Atmosphäre wegen der Vorwürfe gegen die jetzt entlassene Leiterin über Monate gestört. Archivfoto: Mohr

Niestetal. Im Zusammenhang mit den vor gut einem Jahr erhobenen Vorwürfen gegen die Leiterin des Kindergartens Regenbogen in Heiligenrode hat die Gemeinde Niestetal personelle Konsequenzen gezogen: Der Frau, der vorgeworfen wurde, ein Kindergartenkind gemobbt zu haben, indem sie mehrfach abfällig über das Mädchen gesprochen haben soll, wurde von der Kommune gekündigt.

Das bestätigte Roland Klös vom Hessischen Städte- und Gemeindebund im Gespräch mit unserer Zeitung. Der auf Arbeitsrecht spezialisierte Jurist vertritt in der Angelegenheit die Interessen der Gemeinde. Bereits im Dezember 2010 hatte Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) die Leiterin der Betreuungseinrichtung wegen der Vorwürfe beurlaubt.

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Nach Angaben von Klös geht die frühere Kita-Leiterin juristisch gegen die Kündigung vor. Eine Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Kassel ist nach Auskunft des Juristen ergebnislos verlaufen.

Im neuen Jahr werde es nun einen weiteren Gerichtstermin geben. Einigen sich beide Parteien dann wieder nicht gütlich, müsse der Richter ein Urteil sprechen, sagte Klös.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die Staatsanwaltschaft Kassel gegen die Erzieherin ermittelt. Das Verfahren wegen des Verdachts auf Misshandlung Schutzbefohlener wurde aber bereits im Juli eingestellt, sagte Dr. Götz Wied, der Sprecher der Ermittlungsbehörde, auf HNA-Anfrage.

Die Nachricht von der Kündigung wurde den Eltern nach HNA-Informationen in einer Versammlung in der Kita Regenbogen von einer Mitarbeiterin der Gemeinde überbracht. Die Eltern hätten die Nachricht „mit Erleichterung und Applaus“ aufgenommen, so eine Mutter.

Im Fokus steht nach wie vor auch der Leiter des Hauptamtes der Gemeinde. Dem Beamten, der für die Betreuungseinrichtungen zuständig war, wurde vorgeworfen, das Verhalten der jetzt gekündigten Kita-Leiterin gedeckt und zwei Erzieherinnen der Einrichtung verboten zu haben, als Zeuginnen auszusagen.

Nach Angaben von Jurist Klös war der Hauptamtsleiter, den der Bürgermeister nach Bekanntwerden der Vorwürfe von der Zuständigkeit für den Kita-Bereich entbunden hatte, bis vor Kurzem krankgeschrieben.

Der erfahrene Beamte soll laut Klös nun „im Interesse seiner Gesundheit“ amtsärztlich untersucht werden. Ziel sei seine Weiterbeschäftigung bei der Gemeinde Niestetal. Bis zu dem Untersuchungstermin sei der Hauptamtsleiter „bezahlt von der Arbeitsleistung freigestellt“.

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