Gemeinde muss nach Mobbing-Vorwürfen gekündigte Erzieherin weiterbeschäftigen

Kita-Leiterin setzt sich durch

Im Blickpunkt: In der Kindertagesstätte Regenbogen in Heiligenrode herrschte nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen die Leiterin monatelang Unruhe. Archivfoto:  Mohr/nh

Niestetal. Juristischer Sieg für die frühere Leiterin des Kindergartens Regenbogen in Heiligenrode: Das Landesarbeitsgericht (LAG) in Frankfurt hat die im Herbst 2011 von der Gemeinde Niestetal ausgesprochene Kündigung der Erzieherin für unwirksam erklärt.

Die Frau hatte gegen ihren Rauswurf zunächst vor dem Arbeitsgericht Kassel geklagt und gewonnen.

Das LAG bestätigte nun den Kasseler Richterspruch und wies die Berufung der Gemeinde zurück. Nach Auskunft von Niestetals Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) wird die Erzieherin weiter bei der Gemeinde arbeiten - und wieder einen Kindergarten leiten. „Der als Kindergartenleiterin eingestellten Mitarbeiterin werden wir die Leitung des neuen Kindergartens Am Eichberg übertragen“, sagte Siebert. Die Betreuungseinrichtung in dem gleichnamigen Neubaugebiet wird voraussichtlich im Herbst 2013 den Betrieb aufnehmen.

In der Zeit bis zur Eröffnung werde die designierte Leiterin „wichtige Aufgaben zur Vorbereitung des Betriebs übernehmen“, so der Bürgermeister. In der Übergangsphase werde die Gemeinde der Erzieherin ein Büro im Rathaus zur Verfügung stellen. Hintergrund für die Kündigung waren Vorwürfe gegen die Frau, sie habe ein ihr anvertrautes Kind gemobbt. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die Staatsanwaltschaft Kassel ein Ermittlungsverfahren gegen die Erzieherin wegen des Verdachts der Misshandlung Schutzbefohlener eingeleitet. Das Verfahren wurde eingestellt.

Von einer Rückkehr der Erzieherin in den Kindergarten Regenbogen sieht die Gemeinde mit der Begründung ab, personelle Änderungen in einer Kindertagesstätte hätten immer auch Auswirkungen auf die pädagogische Arbeit und somit auf die Kinder. Bereits der mit der Kündigung verbundene Leitungswechsel in der Kita Regenbogen Anfang 2011 habe für die Einrichtung einen „erheblichen Umbruch“ bedeutet. Nach HNA-Informationen hat die Gemeinde nach der Niederlage vor dem Landesarbeitsgericht versucht, einen Aufhebungsvertrag mit der Frau zu schließen. Sie hat die Zahlung einer Abfindung dem Vernehmen nach jedoch abgelehnt und auf ihrer Weiterbeschäftigung bestanden. Die Gemeinde wollte sich dazu nicht äußern. (ket)

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