Kläranlage Kirchbauna rüstet auf - Weniger Phosphat in die Bauna

Zwölf Meter tiefer Trichter: Der Abwasserverband verstärkt für 250 000 Euro den nach 20 Jahren Betriebszeit nun bröselnden Beton des Nachklärbeckens. Der Rand des Beckens, auf dem sich der Nachklärbecken-Räumer (rechts oben im Bild) im Kreis bewegt, wird mit Elementen aus ultrahochfestem Beton, der an der Universität Kassel entwickelt wurde, verstärkt. Fotos:  Dilling

Baunatal. Viele Bestandteile der Kirchbaunaer Kläranlage des Abwasserverbands Baunatal sind bereits 20 Jahre alt. Da nagt der Zahn der Zeit. Der Beton des Nachklärbeckens bröselt. Dieses Jahr investiert der Verband 400.000 Euro in die Sanierung und die Aufrüstung der Anlage.

Ziel ist vor allem, dass weniger Phosphate in die Bauna gelangen. Die beeinträchtigen die Güte des Gewässers und sorgen für Algenwuchs.

Der Abwasserverband profitiert dabei von einem Angebot des Landes Hessen: Kläranlagen, die ihren Phosphateintrag nachhaltig um ein Fünftel vermindern, brauchen drei Jahre rückwirkend keine Abwasserabgabe an den Staat zu zahlen. Das macht für den Verband insgesamt 210 000 Euro Ersparnis aus.

Mit der Aufrüstung der Anlage werde man nicht nur etwas für die Umwelt tun, sondern auch noch ein kleines Plus erzielen, sagt Betriebsingenieur Horst Brixel. Der Umbau solle nur rund 200 000 Euro kosten.

Der Betrag wird je zur Hälfte in die Verbesserung der biologischen und der chemischen Klärung investiert. Zwei Klärbecken der biologischen Reinigungsstufe werden ab August so umgebaut, dass die Bakterien bessere Fressbedingungen erhalten und mehr Phosphate vertilgen.

Die chemische Bindung von Phosphaten (Fällung) erfolgt in einem weiteren Becken durch das Einbringen verschiedener Salze. Von der Dosierung hängt ab, wie effektiv diese Reinigung ist. Klärwerksleiter Johann Steiner und seine Mitarbeiter haben die Salzmischung bisher von Hand überprüft, durch Probenentnahmen im Abwasser. Künftig soll automatisch und ständig über das Internet kontrolliert werden, um die Salzdosis zu optimieren.

Beide Verbesserungsmaßnahmen sollen den Phosphatanteil im gereinigten Abwasser von 1,5 auf maximal 1,2 Milligramm pro Liter senken.

Daneben wird diesen Sommer für 200.000 Euro das zweite Nachklärbecken der Kläranlage saniert. Dazu musste nach den Worten von Brixel das Abwasser aus dem zwölf Meter tiefen Betontrichter abgelassen und das Grundwasser unter der Anlage abgepumpt werden.

Der durch die aggressiven Abwässer bröselig gewordene Beton wird mit Kunstharzen ertüchtigt. Der Rand des Trichters, auf dem sich der sogenannte Schlammräumer bewegt, wird mit vorgefertigten Teilen aus dem von der Universität Kassel entwickelten ultrahochfesten Beton verstärkt.

Vergangenes Jahr hatte der Verband bereits ein Nachklärbecken für 200 000 Euro saniert. Die Aufrüstung der Kläranlage in diesem Jahr soll bis zum Spätherbst beendet sein. Durch die Arbeiten werde der Betrieb nicht beeinträchtigt, sagte Brixel.

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