Klagen nach Fahrplanwechsel des NVV reißen nicht ab

Schauenburg. Seit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember berichten Fahrgäste immer wieder von Problemen mit Bus und Bahn. Noch immer läuft es im öffentlichen Nahverkehr nicht rund: Nun gibt es erneut Klagen.

Diesmal von Marc Hofmann aus Bad Emstal-Balhorn. Seine Frau sei mangels Führerschein auf den Linienverkehr des NVV angewiesen, um zur Arbeit zu kommen. Früher wäre sie problemlos mit der Linie 52 direkt von Balhorn zum Bahnhof Wilhelmshöhe gefahren. Seit dem Fahrplanwechsel müsse seine Frau in Schauenburg umsteigen.

Dort betrage die Zeit zu Umsteigen zwei Minuten. Leider komme es regelmäßig vor, dass der Anschlussbus schon weg sei, weil sich der Bus aus Balhorn zehn bis 20 Minuten verspäte. „Wartezeiten von 20 bis 25 Minuten in Schauenburg sind keine Seltenheit“, erklärt Marc Hofmann. Der NVV habe sein Angebot für Emstal verschlechtert. Hinzu komme die Preiserhöhung bei schlechter Verbindung.

Gute Verbindungen wichtig

„Früher war die Busverbindung am Wochenende schlechter als in der Woche“, sagt der Balhorner. Jetzt sei es umgekehrt. Dabei seien doch gerade Berufstätige auf gute Verbindungen angewiesen.

Marc Hofmann und seine Frau sind mit der neuen Situation sehr unzufrieden. Der NVV habe eine Erstattung des Fahrpreises angeboten. „Schön und gut, aber wir wollen eine Busverbindung, die funktioniert und nicht eine, die nicht funktioniert und bei der man zwar ständig Geld erstattet bekommt, aber immer Angst haben muss, dass man zu spät zur Arbeit kommt“, so Hofmann.

Er hat die Probleme dem NVV geschildert. Daraufhin wurde ihm mitgeteilt, das die Finanzierung der Verkehrsleistung durch die Gemeinde Bad Emstal keinen Fortbestand des bisherigen Angebotes zugelassen habe.

Es sei selbstverständlich, dass Kommunen, die ihr Verkehrsangebot mit größeren Summen bezuschussen, auch ein besseres Busangebot erhielten, als solche, die keine oder nur geringe Summen dazu beitrügen, zitiert Marc Hofmann das Antwortschreiben des NVV.

Hintergrund: Das sagt der NVV

Sabine Herms, Pressesprecherin beim NVV, bestätigt den Inhalt des Antwortschreibens: Wer mehr wolle, müsse auch mehr bezahlen. Mit dem Geld der Kommunen werde nur ein Teil der Kosten gedeckt. Hinzu kämen Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent in den vergangenen Jahren. Die Einschränkungen beim Angebot seien nur der Anfang, meint Herms.

Probleme beim Umsteigen wie in Schauenburg sind Sabine Herms bekannt. „Da laufen zur Zeit Gespräche.“ Die Strecken von Balhorn nach Schauenburg und von Schauenburg nach Kassel würden von verschiedenen Unternehmern (Hessische Landesbahn und Bonte) bedient. „Die müssen sich besser absprechen“, sagt Herms. Darauf dränge man vom NVV. „Das muss besser funktionieren.“ (ewa)

Von Bea Ricken

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