Siebtklässler der Erich-Kästner-Schule fühlten Baunatals Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn

Klarer Standpunkt überzeugt

Kritisch: Melina Semmelroth (von links), Julia Janzow, Janina Reuting, Felix Wiegand und Julian Böhnke fühlten den Kandidaten auf den Zahn. Foto: Dilling

Baunatal. Die 28 Jungen und Mädchen der Klasse 7g der Erich-Kästner-Schule (EKS) haben ihre Tische zu drei Sitzgruppen zusammengeschoben. An diesem Morgen ist jedoch kein Gruppenunterricht, sondern ein Experiment angesagt. Die Zwölf- und 13-Jährigen, von denen einige auch bei der übernächsten Kommunalwahl noch nicht abstimmen dürfen, wollen den drei Baunataler Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn fühlen. Mit der Schulung des politischen Bewusstseins müsse man frühzeitig anfangen, sagt Ingeborg Splettstößer, pädagogische Leiterin der EKS.

Sie freut sich, dass alle drei Kandidaten zugesagt haben. Edmund Borschel (Grüne), Andreas Mock (CDU) und das amtierende Stadtoberhaupt Manfred Schaub (SPD) quetschen sich auf die niedrigen, harten Stühle und sitzen den Schülern auf Augenhöhe gegenüber. Nach jeder Fragerunde wechseln sie die Schülergruppe.

Von Mock wollen einige wissen, warum er für die Schuldenbremse ist. „Wenn einer von euch später mal Bürgermeister werden will, dann hat er vielleicht gar nichts mehr auszugeben“, antwortet der CDU-Mann schlagfertig.

Mit Atomkraft gepunktet

Borschel punktet sichtlich mit dem aktuellen Thema Japan und den Gefahren der Atomkraft. An seinen Diskussionstischen wird viel gelacht. Der Bürgermeister glänzt auf die Frage der Schüler, was denn Baunatal für Jugendliche zu bieten hat, mit Detailkenntnissen. Jeder könne im Jugendforum mitreden, lädt er die Schüler ein.

Am Ende ziehen Melina Semmelroth, Julia Janzow, Janina Reuting, Felix Wiegand und Julian Böhnke Bilanz. Gut sei, dass keiner der Kandidaten einer Frage ausgewichen sei und jeder seinen Standpunkt beispielsweise bei der Frage nach einem Kino für Baunatal engagiert vertreten habe, sagt Julian. Janina lobt den Auftritt des Bürgermeisters. Der habe auf alles eine Antwort gewusst. Das liege aber auch daran, dass er als Amtsinhaber einen Wissensvorsprung habe, schränkt Felix ein.

Julia Janzow lobt die lockere und ausführliche Art, in der Borschel antwortete. Ihrer Klassenkameradin Melina ging das allerdings etwas zu weit. Der Grüne sei manchmal so abgeschweift, dass er am Ende die Frage, die ihm gestellt worden sei, vergessen habe.

CDU-Kandidat Mock kommt bei den fünf Schülern etwas schlechter weg. Der sei „ein bisschen trocken“ gewesen, meint Melina, begleitet vom Kopfnicken der anderen.

Von Peter Dilling

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