Fuldabrück lehnt Fracking-Verfahren ab – Entscheidung liegt bei Regierungspräsidium

Klares Nein zu Erdgas-Suche

Fuldabrück. Die Gemeinde Fuldabrück lehnt auf ihrem Gebiet die Suche nach Erdgas unter Einsatz des „Fracking“-Verfahrens ab. Das hat das Parlament mit den Stimmen aller Parteien beschlossen.

Mit der Entschließung fordern die Kommunalpolitiker vom Bund auch eine Änderung des Bergbaugesetzes und damit eine detaillierte Betrachtung der Umweltverträglichkeit, vor allem im Hinblick auf den Trinkwasserschutz. Dazu gehöre eine angemessene Beteiligung der Gemeinden und der Öffentlichkeit im Genehmigungsverfahren, hieß es in dem von der SPD initiierten Dringlichkeitsantrag.

Beim Fracking-Verfahren (englisch: hydraulic fracturing) wird mit Sand und Chemikalien versetztes Wasser tief in unterirdisches Gestein gepresst. In der durch die Bohrung erreichten Erdkrustenschicht werden Risse erzeugt, sodass frei werdendes Gas abgesaugt werden kann.

Das Thema kam im Kreistag und jetzt auch in Fuldabrück auf die Tagesordnung, weil das kanadische Unternehmen BKN in Nordhessen an mehreren Stellen nach Erdgas suchen möchte.

„Ich habe Zweifel, ob die Technik mit den völlig unkontrollierten Absprengungen beherrschbar ist“, sagte Joachim Derfin. Der SPD-Sprecher rief alle Gemeindevertreter dazu auf, sich gegen diese „höchst gefährliche Naturvergiftung“ zur Wehr zu setzen. Dieser Empfehlung schlossen sich auch die Sprecher aller Parteien an.

Verhindern kann die Gemeinde Fuldabrück die Suche oder spätere Gewinnung von Erdgas auf ihrem Gebiet im Endeffekt aber nicht. Das musste auch Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) einräumen. Der Bürgermeister befürchtet, „dass das nach dem Bergrecht zuständige Regierungspräsidium Darmstadt Erkundungsanträge des kanadischen Unternehmens positiv bescheiden wird“. Fuldabrück sei im Visier entsprechender Erkundungen, sagte Lengemann während der Beratung. Inwiefern Fuldabrück konkret betroffen ist, darüber gebe es noch keine Informationen, sagte Lengemann auf Nachfrage der HNA. (ppw/hog)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.