Hundert Interessierte bei Infoveranstaltung – Niestetal unterstützt mit Zuschüssen

Bei Klimaschutz in Offensive

Schrittweise vorankommen: Den Weg bis zur angestrebten CO2-Neutralität im Jahre 2035 beschrieben während der Infoveranstaltung im Niestetaler Rathaus der Klimaschutzmanager Arno Scheer (von links), der Energieberater Armin Raatz und Bürgermeister Andreas Siebert. Foto: Wohlgehagen

Niestetal. „Es müssen ehrgeizige Maßnahmen sein, die zum Schutz unseres Klimas getroffen werden“, sagte Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) zur Eröffnung der Veranstaltung „Klimaschutz in Niestetal“, bei der sich mehr als 100 Bürger im Rathaus über den Einsatz erneuerbarer Energien und Maßnahmen zur Minderung des Energieverbrauchs informierten.

Die Gemeinde habe sich Hilfestellung durch Beratung und finanzielle Förderung auf die Fahnen geschrieben, um die Bürger auf dem Weg zur CO2-Neutralität mitzunehmen, sagte der Verwaltungschef. Der neue Klimaschutzmanager, Arno Scheer, und Diplom-Ingenieur Armin Raatz vom Büro „MUT Energiesysteme“ stellten das integrierte Klimaschutzkonzept der Gemeinde vor und erläuterten das Förderprogramm.

Die Gemeinde sei auf einem guten Weg, hieß es. Ziel sei es, den in der Gemeinde erzeugten überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien zur Deckung des örtlichen Wärmebedarfs einzusetzen, weil dieser nach Berechnungen nicht in vollem Umfang aus alternativen Quellen gedeckt werden kann.

Klimaschutzmanager

Scheer fungiert nicht nur als Ansprechpartner der Bürger, er hat auch die Aufgabe, das vom Parlament beschlossene Förderprogramm umzusetzen. Und mit diesem geht die Gemeinde über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Neben der energetischen Sanierung im Bestand werden in Niestetal auch energieeffiziente Neubauten finanziell gefördert. Das kann moderne Heiztechnik oder die Wahl von Holz als Klima schonendem Baustoff sein. Der dritte Bereich betrifft die Solarthermie für die Warmwasserbereitung oder die Heizungsunterstützung.

Arno Scheer empfahl den Eigentümern älterer Häuser, notwendige Instandsetzungen mit einer energetischen Sanierung zu verknüpfen. Es mache bei vermieteten Gebäuden Sinn, über eine warmmietenneutrale Modernisierung nachzudenken: Die zwangsläufig steigende Kaltmiete werde durch geringere Betriebskosten aufgefangen.

300 Euro für Beratung

Armin Raatz berichtete über die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), das schon die Beratung der Bauherren bei Kosten von 700 bis 800 Euro mit etwa 300 Euro bezuschusse. Ganz neu sei, so der Energieberater, dass auch Maßnahmen an denkmalgeschützten Häusern von der KfW gefördert werden.

Wo kann Strom eingespart werden? Armin Raatz nannte Beispiele: Bei modernen E-Motoren in der Industrie, im privaten Bereich vor allem an der Beleuchtung, dem Austausch von Heizungsumwälzpumpen und der Vermeidung eines Standby von TV-Geräten, Radios oder Computern.

Aus dem Publikum kam der Hinweis, dass die mit Energiesparlampen erzielten Einsparungen allein durch den hohen Energieeinsatz bei deren Herstellung kompensiert werden. (ppw) Kontakt: Arno Scheer, Klimaschutzmanager der Gemeinde Niestetal, Rathaus, Heiligenröder Straße 70, Tel. 05 61/5 20 22 45, www.klimaschutz-niestetal.de

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