Märchenerzählnacht mit Stefan Becker und Kirsten Stein mit 150 Besuchern

„Kluge Gretel“ amüsierte

Kostüme und Körpereinsatz: Stefan Becker und Kirsten Stein gaben alles, um die Zuhörer bei der Märchenerzählnacht in Vollmarshausen zu begeistern. Fotos: Wohlgehagen

Lohfelden. Im Dezember jährt sich zum 200. Mal die Veröffentlichung der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen. Zur Einstimmung auf das Jubiläum finden in diesem Jahr in der Region Kassel 120 Aufführungen, Mitmachaktionen, Dorffeste und Schlossbesichtigungen statt.

Reise in die Märchenwelt

Den Auftakt hierzu erlebten jetzt 150 Besucher bei einer Märchenerzählnacht in der evangelischen Kirche in Vollmarshausen. Der Kasseler Grimm-Interpret Stefan Becker und die bundesweit bekannte Märchenerzählerin Kirsten Stein nahmen das Publikum mit auf eine Reise in die Welt der Märchen und Geschichten. Wie ging es eigentlich zu im Grimmschen Haushalt? Das erzählte Wilhelm Grimm den Zuhörern höchst selbst: Stefan Becker schlüpfte in die Rolle des berühmten Kasseler Bürgers, brachte ihnen sein Leben mit Bruder Jakob und Schwester Dortchen mit viel Witz und nicht ganz ernst gemeinten Tipps näher.

„Sie haben Kinder? Dann geben sie die Kleinen lieber nicht ins Lyceum Fridericianum“, war einer dieser hintersinnigen Tipps, über die das Publikum sich amüsierte. Spannend wurde es, als Wilhelm Grimm über die Begegnungen mit Goethe („Freundlich angezogen und ein wenig gepudert“) und Heinrich von Brentano, der sie zum Märchen sammeln anstiftete, berichtete.

„Die meisten Märchen hat uns die Viehmännin erzählt“, erfuhren die Kirchenbesucher, bevor Stefan Becker alias Wilhelm Grimm die Geschichten vom Fuhrmann und Sperling sowie von der Blut- und Leberwurst vortrug.

Authentisch und frei

Vor der ersten Pause hatte Kirsten Stein ihren ersten Auftritt. Sie erzählte traditionell, frei, authentisch und ursprünglich: So könnten die Kinder- und Hausmärchen im 18. Jahrhundert auch von Dorothea Viehmann erzählt worden sein.

Das Publikum erfreute sich an den Geschichten, „nicht für Kinder zu später Stund’“, wie die „Kluge Gretel“ oder den Märchen vom armen Holzhacker oder faulen Mädchen. „Eine tolle Idee, auf diese Weise Märchen vorzustellen, die man nicht kennt“, sagte Besucher Bernhard Boss aus Lohfelden während einer Pause.

Von Wilhelm Grimm erfuhren die Kirchenbesucher schließlich, dass „unser Werk erst nach unserem Tode richtig erfolgreich wurde“ und heute noch vor der Bibel das meist gelesene Buch der Welt sei.

Einladung nach Istanbul

Stefan Becker machte sich nach der Veranstaltung auf den Weg nach Istanbul, wo er auf Einladung des Goethe-Instituts natürlich erneut im Originalkostüm Wilhelm Grimms vor einem anderen Publikum aus dem Leben der berühmten deutschen Märchenbrüder plaudern wird. (ppw)

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