Knöllchen macht Wirbel - Klare Beschilderung in Spiekershausen gefordert

Paul Miethof hat inzwischen Kontakt mit Autofahrern, die auch am Ortseingang geblitzt wurden.

Niestetal/Staufenberg. Ist im überschaubaren Spiekershausen mit ortsunkundigen Autofahrern zu rechnen? An dieser Frage hat sich zwischen dem Niestetaler Paul Miethof und der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Göttingen ein Streit entzündet.

Miethof selbst hat Ortskunde, da er mit dem Auto regelmäßig seine Schwester besucht, die in Spiekershausen im Seniorenheim lebt. Was den Autofahrer aber dennoch zum Briefwechsel mit der Behörde veranlasste, ist seine Forderung, an Einmündungen auf die Hauptstraße in Spiekershausen erneut Tempo 30 auszuschildern. Damit ortsunkundige Kraftfahrer nicht in die Radarfalle tappen.

Miethof war im Frühjahr auf der Kreisstraße am Ortsausgang Richtung Sandershausen geblitzt worden. Tempo 30 ist innerorts zulässig, der Niestetaler fuhr 41 km/h.

Es folgte ein Bußgeld von 25 Euro, das erste nach zehn Jahren „knöllchenfreier“ Fahrt. Das Bußgeld zahlte der Rentner, auch sah er ein, dass das Tempolimit zur Sicherheit der Fußgänger sein müsse.

Aber die Frage der Beschilderung lässt ihm keine Ruhe. Er ist der Ansicht, dass an Einmündungen von Nebenstraßen auf die Ortsdurchfahrt nochmals mit einem 30er-Schild auf das Tempolimit auf der Hauptstraße hingewiesen werden muss. Manfred Braun, Leiter des Amtes für Ordnung und Verkehr beim Landkreis, beurteilt das anders.

Gegen Schilderwald

Ziel der Straßenverkehrsordnung sei es, mit möglichst wenig Verkehrszeichen eine übersichtliche Verkehrslage zu schaffen. Daher habe der Kreis in Abstimmung mit Gemeinde und Polizei an den Ortseingängen Tempo-30-Schilder aufgestellt – mit dem Zusatzhinweis auf Fußgängerverkehr. An den Einmündungen auf die Ortsdurchfahrt sei auf ein Wiederholungsschild verzichtet worden, weil Verkehrsbehörden und Polizei von der Ortskundigkeit der einbiegenden Autofahrer ausgehen. Der Amtsleiter beruft sich auf die Straßenverkehrsordnung, wonach das Zeichen 274 (Tempo 30) „nur hinter solchen Kreuzungen und Einmündungen wiederholt werden soll, an denen mit dem Einbiegen ortsunkundiger Kraftfahrer zu rechnen ist.“

Amt hat Verständnis

Er habe durchaus Verständnis für Miethofs Argumente, meint der Amtsleiter, schließlich gebe es ein Ausflugslokal im Dorf mit auswärtigen Gästen. Verkehrsbehörden und Polizei hätten sich jedoch von dem Grundsatz leiten lassen, keinen Schilderwald aufzubauen. Ortsdurchfahrten mit Tempo 30 gibt es auch im Altkreis Kassel, etwa in Helsa-Eschenstruth und in Schauenburg-Elgershausen.

Paul Miethof hat inzwischen Kontakt mit Autofahrern, die auch am Ortseingang geblitzt wurden. Diese wollten sich beim ADAC erkundigen, sagt er. Fortsetzung folgt? (kri)

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