Abzocke in Ahnatal? Knöllchen während Großveranstaltungen

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Stein des Anstoßes: Auf dem schmalen Schotterstreifen links von der Straße beim Deltha Fitness Club herrscht absolutes Halteverbot. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass bei Großveranstaltungen mit entsprechender Parkplatznot dort Autos abgestellt und - wie kürzlich passiert - Knöllchen verteilt werden. 

Ahnatal. Mit Verdruss und Ärger reagierten Autohalter, denen Anfang Februar Verwarngelder der Ordnungsbehörde Ahnatal ins Haus flatterten.

Sie hatten das absolute Halteverbot auf dem etwa 50 Meter langen Schotterstreifen entlang des Deltha Fitness Clubs ignoriert, weil wegen zweier Großveranstaltungen in der angrenzenden Sporthalle alle 130 Parkplätze besetzt schienen.

Abzocke werfen sie der Gemeinde Ahnatal als Ordnungsbehörde vor und argwöhnen, dass an besagten Tagen - es handelte sich um das Fußballturnier am Jahresende vom 27. bis 30. Dezember und das große Weihnachtsbaumverbrennen am 8. Januar - gezielt ausgeschwärmt worden sei, um möglichst viele Knöllchen an den Mann oder die Frau zu bringen.

Denn, so die Argumentation der Kritiker: Dass an einem Samstag um 16.45 Uhr im Bereich des Fitnessstudios aufgeschrieben wird, sei absolut ungewöhnlich. Und: Durch das Parken auf dem Randstreifen werde niemand behindert.

Das sieht Ahnatals Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU) als Vertreter der örtlichen Ordnungsbehörde anders: Fußgänger mit Kindern zum Beispiel müssten in diesem Fall auf die „sehr, sehr enge“ Straße, die zwischen Studio und Sporthalle verläuft, ausweichen und gerieten in den Verkehr. „Nicht umsonst herrscht dort absolutes Halteverbot.“ Denn der Weg diene auch als Zubringer zum zweiten Parkplatz hinter dem Studio.

Aufenanger wehrt sich gegen den Vorwurf, dass dort gezielt aufgeschrieben worden sei. Das ist nicht unsere Leitlinie.“ Aber die Mitglieder des freiwilligen Polizeidienstes seien im Bereich Sporthalle bei Großveranstaltungen regelmäßig vor Ort. Der Grund: Immer wieder werde die an der Stahlbergkampfbahn liegende Feuerwehrzufahrt zugeparkt. Aber die Helfer würden „nicht gezielt zum Fitnessstudio geschickt, um dort Knöllchen zu verteilen“, beteuerte Aufenanger. „Das war im Vorfeld kein Thema.“

Während der drei Tage des Fußballturniers seien 15 Autos aufgeschrieben worden, am 8. Januar noch einmal sieben Fahrzeuge. Aufenanger: „Wir wollen doch nicht als Knöllchenbrüder dastehen.“ (swe)

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