Parlament entscheidet sich für Auftrag an ACO – Stadt fördert Anschluss ans Netz mit 90 000 Euro

Bei DSL ist der Knoten geplatzt

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Nach langer Debatte: Jetzt werden auch Hertingshausen und Guntershausen mit DSL versorgt.

Baunatal. Lange haben die Bürger aus Hertingshausen und Guntershausen und die Mitarbeiter des Baunataler Rathauses diskutiert: Jetzt ist der Knoten für die Versorgung der Stadtteile mit dem schnellen Internetzugang DSL endgültig geplatzt.

Am Montagabend beschloss das Stadtparlament einstimmig bei zwei Enthaltungen der Grünen, dass die Kasseler Firma ACO Computerservice die Technik in den bisher unterversorgten Orten aufbauen soll. Die Stadt Baunatal beteiligt sich mit 90.000 Euro.

Die Stadtverordneten haben sich damit für eine Grundversorgung entschieden. Nach Angaben aus dem Rathaus wird mit dem Ausbau durch ACO eine Datengeschwindigkeit von 2 bis 16 Mbit/s möglich. Der schnelleren Variante der Telekom, die die Stadt 256.000 Euro gekostet hätte, gab das Parlament einen Korb.

„Ein erfolgreicher Schulbesuch ohne Internetnutzung ist heute nicht mehr möglich“

Reiner Heine, SPD-Fraktion

Die Telekom hätte die Versorgung komplett über Kabel ermöglicht. ACO baut auf Technik, die die Daten teils über Richtfunk, teils durch Kabel schickt. Insgesamt waren Angebote von fünf Firmen zur DSL-Versorgung von Guntershausen und Hertingshausen eingegangen. Die reinen Richtfunklösungen waren schon nach zwei Bürgerversammlungen in den Stadtteilen verworfen worden. Reiner Heine (SPD) warb in der Parlamentssitzung für den schnellen Zugang zur Datenautobahn. Vor allem junge Menschen brauchten DSL. „Ein erfolgreicher Schulbesuch ohne Internetnutzung ist heute nicht mehr möglich“, sagte er.

Schon vor Wochen hatte das Parlament 76.000 Euro im Haushalt für das DSL-Netz bereitgestellt. Jetzt mussten die Stadtverordneten noch einmal 14.000 Euro draufsatteln.

Weg frei für Cross-Dock

Am Montagabend machten die Parlamentarier außerdem den Weg frei für Investitionen von Volkswagen oberhalb des Original Teile Centers (OTC) zwischen Kirchbauna und Rengershausen. Einstimmig, bei Enthaltung der Grünen, votierten sie für den Bebauungsplan Heisterhagen. Dieser ermöglicht dem Konzern den Aufbau eines neuen Logistikzentrums (Cross-Dock) und die Erweiterung des OTC 4.

VW benötigt dafür eine Fläche von 15,7 Hektar. Die Stadt Baunatal hat die bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen bereits erworben. Diese sollen dann an den Autobauer weiterverkauft werden.

Volkswagen beabsichtigt, bis Mitte 2012 ein Sortier- und Verteilzentrum auf dem Gelände zu errichten. 30 Millionen Euro werden investiert. Das ankommende Material für die Produktion im VW-Werk wird im Cross-Dock gebündelt. Mit Shuttle-Lkw wird es dann zu den jeweiligen Produktionslinien im Werk gebracht. Leergut wird zum Cross-Dock zurückgefahren, so dass ein geschlossener Kreislauf entsteht. Die Auslagerung von Anlaufstationen für Lkw aus dem Werk ist in der Erweiterung der Produktion bei VW begründet. So sollen im Werk die Getriebe für den neuen E-Antrieb von Volkswagen produziert werden, erläuterte Bürgermeister Manfred Schaub. Außerdem gebe es für die Nordhessen einen neuen Auftrag der Firma Audi zum Bau von Getrieben.

Von Sven Kühling

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