Friedhelm Höhle aus Hoof erinnert sich an die Gebietsreform 1972

Schauenburg. Zwei Paar Schuhe - so lässt sich die Gebietsreform im Bereich der heutigen Gemeinde Schauenburg vor 40 Jahren am besten charakterisieren.

Und so sieht das auch Friedhelm Höhle. Der Hoofer war damals als 25-jähriger Verwaltungsangestellter hautnah bei der Unterzeichnung aller Verträge dabei. Der heute 69-Jährige erinnert sich.

Zwei Schritte waren es auf dem Weg zur Gemeinde Schauenburg. Zunächst schlossen sich die vier ehemals selbstständigen Orte Hoof, Breitenbach, Martinhagen und Elmshagen freiweillig zur Gemeinde Hoof zusammen, daran erinniert Höhle. Der Übergang geschah zum 1. Januar 1972. „Das war alles ganz problemlos.“

Diese Vereinigung hatte aber nur sieben Monate Bestand. Es folgte der zweite Schritt. Einer, der gesetzlich verordnet gewesen sei, sagt Höhle. Einer, der mehr Probleme bereitet habe. Zu den vier Orten stieß noch Elgershausen dazu. „Ein Ort, der eigentlich viel lieber an die neue Stadt Baunatal angegliedert worden wäre.“

Entstanden sei eine fortwährende Rivalität zwischen Oberdorf und Unterdorf, sagt der Rentner, der heute für die SPD im Schauenburger Gemeindevorstand sitzt. Hart diskutiert worden sei etwa, ob die Schauenburghalle in Hoof oder in Elgershausen gebaut wird. Den Zuschlag bekam schließlich Hoof. Und auch der Standort des neuen Rathauses anstelle der alten Verwaltung an der Raiffeisenstraße in Hoof sei ein Streitthema gewesen. Ein Platz auf einer Fläche zwischen den beiden Gemeindeteilen wurde schließlich verworfen, Hoof bekam den Zuschlag.

In den ersten Jahren nach der Reform habe Elgershausen noch eine eigene Außenstelle der Verwaltung behalten, erinnert sich Höhle an die Anfangszeit der Gemeinde Schauenburg. Standesamt und ein eigens Einwohnermeldeamt seien dort angesiedelt gewesen.

Vieles sei zu dieser Zeit gegenüber heute anders gewesen, sagt Höhle. „Entspannter war es nicht unbedingt. Lochkarten mit Daten habe ich im Köfferchen zum Gebietsrechenzentrum in Kassel oder nach Baunatal mitnehmen müssen“, berichtet der Hoofer, der seinen Arbeitsplatz etwa 20 Jahre in einem Container neben dem Rathaus an der Raiffeisenstraße hatte.

Die Gemeinde Schauenburg werde ein Wohnsitzgemeinde bleiben, sagt Höhle bei seinem Blick in die Zukunft. Vielleicht ergebe sich noch etwas mehr beim Tourismus. Eine gute Sache sei der Habichtswaldsteig, der zudem die Ruine der Schauenburg aufwerte. Höhle: „Der große Vorteil ist, dass man hier schnell in der Natur ist.“

Von Sven Kühling

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.