Traditionsreiches Gasthaus in Helsa hat neuen Eigentümer – Betrieb geht weiter – Engagierter Pächter gesucht

Der „König“ ist endlich verkauft

Gasthaus weiter geöffnet: Der „König von Preußen“ an der Berliner Straße in Helsa hat den Eigentümer gewechselt. Foto: Schindler

Helsa. Der „König von Preußen“ in Helsa hat einen neuen Eigentümer. Nach jahrelangem Tauziehen um den Erhalt des historischen Gasthauses und Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten hat Günther Beuermann-Winkelbach (Helsa) das weiträumige Grundstück an der Berliner Straße zum 1. Januar gekauft. Er führt die Traditionsgaststätte im Ortszentrum von Helsa fort, auch der Saal soll weiter für Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Beuermann-Winkelbach ist Unternehmer, er betreibt gleich gegenüber an der Berliner Straße seit 18 Jahren eine Firma für den Verkauf von gebrauchten Metzgereimaschinen. Um seine Firma will er sich auch künftig kümmern, daher sucht er für den „König von Preußen“ einen engagierten Pächter. Für die Übergangszeit hat er einen Wirt und einen Koch eingestellt, die für den Betrieb sorgen. Das Restaurant ist täglich ab 11 Uhr durchgehend geöffnet.

Für die Zukunft schwebt dem neuen Eigentümer ein Restaurant mit gut bürgerlicher deutscher Küche vor. Der frühere Kiosk vor dem Haus soll im Frühjahr wieder eröffnet werden. Im Sommer soll es einen Biergarten unter der mächtigen alten Kastanie geben. Auch Tanzabende mit Livemusik kann er sich vorstellen. Im Obergeschoss sollen mittelfristig zehn bis 15 Doppelzimmer für Übernachtungsgäste entstehen. Als ersten Schritt will Beuermann-Winkelbach im Frühjahr die Fachwerk-Fassade erneuern.

Saal per Vertrag gesichert

Um die Ideen umzusetzen, muss einiges investiert werden. Genaue Pläne hat er dafür noch nicht. „Man muss klein anfangen, Schritt für Schritt“, sagt der Eigentümer.

Im großen Saal sollen wie bisher Familienfeiern, Feste und Veranstaltungen der Vereine stattfinden. Dieses Recht hat sich die Gemeinde per Vertrag mit dem Vorbesitzer gesichert, der Vertrag besteht laut Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) fort. „Der Saal ist für uns unbedingt notwendig“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Er möchte das Gasthaus gern in das Tourismus-Konzept der Gemeinde einbeziehen. Vor dem „König von Preußen“ steht der Rumpelstilzchen-Brunnen. Wanderern auf dem geplanten Grimmsteig könnte man im Gasthaus zum Beispiel „märchenhafte“ Themengerichte anbieten.

Günther Volmar, der den „König“ seit 30 Jahren betrieben hat, versuchte seit Jahren erfolglos, einen Nachfolger zu finden. Die Gemeinde hatte dies unterstützt, vor allem wegen des für Helsa Veranstaltungssaals. Für dessen Erneuerung hatte die Gemeinde sogar Fördermittel aus dem Konjunkturprogramm in Höhe von 150 000 Euro aufgetrieben. Die sind jedoch inzwischen für andere Zwecke eingesetzt worden, weil bis zum Stichtag kein Käufer gefunden wurde. Beuermann-Winkelbach sieht darin kein Problem. „Ich war schon länger im Gespräch mit dem Voreigentümer, jetzt sind wir uns einig geworden“, sagt er.

Von Holger Schindler

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