125-Tonnen-Bauteil fürs VW-Werk in Baunatal war für Transport über Straße zu schwer

Koloss kam über die Weser

Schwergewicht am Haken: Der Kranführer hebt an der Weserumschlagstelle mit dem Schwerlastkran das Bauteil einer Presse für Blechteile auf den Lkw. Foto:s: Krischmann

Hann. Münden/Baunatal. Erstmals hat VW die Weserumschlagstelle in Münden für den Transport eines schweren Bauteils genutzt. „Ich bin froh über die Wasserstraße als Alternative“, sagt der Pressesprecher des VW-Werks in Baunatal, Rudi Stassek.

Behörden in Nordrhein-Westfalen hatten den Transport von zwei Bauteilen der Blechteile-Presse über die Straße genehmigt, den des dritten Bauteils aber nicht. Grund: Der 125 Tonnen wiegende Pressentisch, bestimmt für den Getriebebau in Halle 2 des VW-Werks, war den Behörden zu schwer angesichts des maroden Zustands von Brücken in Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Zwei Etappen

Also blieb nur der Wasserweg mit Ziel Hann. Münden übrig. Vor einer Woche fuhr das Binnenschiff in Rotterdam los und traf am Donnerstagabend im Weserhafen ein. Das Umladen der Fracht am Freitagmorgen vom Schiff auf den Lkw der Schwerlastspedition Max Goll verlief in zwei Etappen.

Zunächst hievte der Kranführer der Firma Fricke-Schmidbauer das dicke Paket auf den Boden der Umschlagstelle. Dann fuhr der Fahrer den 16-Achser-Lkw vor, und der Kranführer hob den Pressentisch passgenau auf die Ladefläche des Lkw. Freitagmittag folgte die technische Abnahme des Transports durch TÜV und Polizei.

Die Presse haben Mitarbeiter der spanischen Firma Fagor gebaut, die in dem etwa 70 Kilometer von Bilbao entfernten Mondragón produziert.

Eng mit dem Projekt betraut sind der Bauleiter Joseba Garai und der Projektkoordinator Mario Garcia Crespo.

Beide verfolgten am Freitag die Umladeaktion, sie warten schon darauf, dass der Pressentisch in der Nacht zu Sonntag im VW-Werk in Baunatal eintrifft. Denn dann können sie loslegen, um die Presse in Halle 2 aufzubauen, in der die Direkt-Schalt-Getriebe hergestellt werden. Crespo erläutert, die Firma Fagor beliefere große Automobilunternehmen mit Pressen, neben VW auch BMW und Daimler.

Abgewickelt hat den Transport die Spedition Rhenus Scharrer aus Duisburg. Wie Maik Eifländer, Leiter Binnenschifffahrt bei Rhenus Scharrer berichtet, waren die Bauteile mit einem Küstenmotorschiff von Bilbao nach Rotterdam transportiert worden.

Die beiden leichteren Bauteile der Presse - Kopfstück und Stößel - seien mit dem Binnenschiff nach Gelsenkirchen gebracht und von dort per Lkw nach Baunatal gefahren worden.

Beim dritten Bauteil sei das wegen des Gewichts nicht möglich gewesen, deshalb sei der Weg über die Weser nach Hann. Münden die einzige Alternative gewesen.

Von Helmut Krischmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.