Junge Einsatzkräfte aus neun Wehren im Landkreis Kassel beim Sprechfunklehrgang

„Kommen, verstanden, Ende“

Gerätekunde in der Praxis: Ausbilder Stefan Finger (links) erklärt den Lehrgangsteilnehmern die Funk-Technik. Foto:  Elnain/nh

Fuldatal. Funken im Ernstfall. Wie der drahtlose Informationsfluss korrekt stattzufinden hat, dies lernten jetzt 20 junge Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Calden, Fuldabrück, Fuldatal, Grebenstein, Hofgeismar, Immenhausen, Lohfelden, Niestetal und Reinhardshagen. Die 15 Männer und fünf Frauen absolvierten über neun Tage in Simmershausen einen Sprechfunklehrgang.

In Theorie und Praxis bereitete Kreisausbilder Andreas Pioch von der Vellmarer Wehr die Teilnehmer auf die Abschlussprüfung vor. Ihn unterstützten die Kreisausbilder Stefan Finger und Martin Stahl (beide Fuldatal) sowie Dozent Dennis Wolz (Vellmar).

Funkübung und Gerätekunde

Auf dem Programm standen Funkübungen im Zwei-Meter-Wellenbereich mit tragbaren Geräten und im Vier-Meter-Wellenbereich bei Feststationen auf den Fahrzeugen. Hinzu kamen Gerätekunde, physikalische und rechtliche Grundlagen und die Funkbetriebskunde wie Funkrufnamen, Verkehrsformen und Aufbau des Sprechfunkverkehrs. Im Einsatzfall zähle jede Minute, wenn nicht sogar Sekunde. Dialoge wie am Telefon, wo durchaus der eine den anderen im Redefluss unterbrechen könne, wären mehr als unangebracht, erfuhren die Teilnehmer. Auch sei keine Zeit, höflich zu warten, ob die Gegenseite wirklich alles gesagt habe.

Andreas Pioch: „Beim Funkverkehr ist das oberste Gebot die disziplinierte Kommunikation. Die Zentrale muss kurz und präzise Informationen darüber erhalten, welche Fahrzeuge, welches technische Material und welche Rettungskräfte vor Ort sind. Sie koordiniert, wer was tun muss.“ Dies beinhaltet gegebenenfalls auch Notarzt, Sanitäter, Polizei und THW. Um dies real zu erfahren, stand an einem Abend der Besuch der Leitfunkstelle in Kassel auf dem Programm.

Der Funkverkehr basiert auf verschiedenen Grundvorgaben: Gegenverkehr (es kann gleichzeitig gesendet und empfangen werden. Ein Funkgespräch könnte jederzeit unterbrochen werden), Wechselverkehr (nur jeweils ein Teilnehmer kann senden, während alle anderen empfangen), Kreisverkehr (alle hören alles, was gerade gemeldet wird) oder Sternverkehr (die Leitstelle ist der Sternkopf, der zu allen anderen spricht) gelten grundsätzlich.

Die wichtigsten drei Worte beim Funken lauten: Kommen, verstanden und Ende. Alle Feuerwehrkräfte melden sich zuerst mit „Florian“. Danach folgen zunächst das Einsatzstichwort und die Kennung des Fahrzeuges. Da der Lehrgang bei allen Übungen das „echte“ Funknetz benutzte, melden sich alle mit „Florian Ausbildung“. Dies verhinderte, dass andere Kameraden von außerhalb annahmen, es fände ein realer Einsatz statt.

Nach insgesamt 30 ehrenamtlich geleisteter Stunden hatten alle bestanden. (mic)

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