HNA-Kommentar

Söhretrasse der A 44: Das Ziel heißt gerichtsfest

Holger Schindler (E-Mail:  hol@hna.de)

Nach HNA-Informationen werden zurzeit Kartierungsarbeiten in der Söhre vorgenommen. Hintergrund ist der Bau der A44. In einem 500 Meter breiten Korridor der Söhretrasse – von der man glaubte, sie sei längst ad acta gelegt – werden Fauna und Biotope erfasst. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Holger Schindler.

Ursprünglich sollte die Autobahn für den Ost-West-Verkehr in der Mitte Deutschlands durch die Söhre führen. Dafür gibt es einen steinernen Zeugen: die 1939 errichtete Autobahnbrücke mitten im Wald bei Wellerode.

Doch die Linienführung wurde nicht verwirklicht – nicht während des Krieges; nicht später ab den 70er-Jahren, als die Autobahn 44 von Kassel nach Dortmund errichtet wurde. Und sie wird auch jetzt nicht gebaut werden. Die rot-grüne Landesregierung unter Ministerpräsident Hans Eichel hat in den 90er-Jahren die Weichen anders gestellt. Seither sieht die Planung für die Ost-West-Magistrale das Lossetal vor.

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Dass das Land Hessen jetzt trotzdem in der Söhre kartieren lässt, hat einen anderen Grund. Man will die Lossetaltrasse gerichtsfest machen. Denn mit Klagen ist zu rechnen, das hat die örtliche Bürgerinitiative schon vor langer Zeit angekündigt.

Um die Losselinie vor den Gerichten durchzubekommen, müssen die Planer nachweisen, dass sie Alternativen ernsthaft geprüft haben. Daher die überraschende Kartierung der Biotope in der Söhre. Vielleicht finden die Biologen ja Kammmolche und andere seltene Tiere. Und Fledermäuse in der alten Autobahnbrücke. Dann müsste die Ruine für ewige Zeiten im Wald stehen bleiben.

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