Kommunen halten an Plänen für Windpark Langenberg fest

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Blick auf den Langenberg: In dieser Region im Hintergrund soll der Windpark entstehen. Die Standorte gehören zu dem Kommunen Edermünde und Gudensberg. Das kleine Foto zeigt ein 200 Meter hohes Windrad in der Söhre.

Baunatal. Ab 2015 sollen sich bis zu sechs 200 Meter hohe Windräder auf dem Langenberg zwischen Baunatal, Niedenstein, Edermünde und Gudensberg drehen. Die planenden Kommunen halten – unabhängig von der Entwicklung zur Gesetzgebung zu erneuerbaren Energien in Berlin – an ihrer Strategie zum Aufbau eines Windparks fest.

„Ich hielt es für falsch zu warten“, sagt Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler (SPD), die für die VW-Stadt am Verhandlungstisch sitzt. Die Wirtschaftlichkeit des Projektes sei schließlich nur ein Aspekt bei den Planungen. Derzeit gehe es erst mal darum, die Standorte für die bis zu sechs Rotoren zu ermitteln.

Aktualisiert um 17.45 Uhr

Durch die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) durch den Bund sieht Engler das Vorhaben jedenfalls nicht gefährdet. „Es gibt keinen Anhaltspunkt, dass das Projekt nicht realisiert wird.“ Neben den geforderten Gutachten zu möglichen Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt müssen sich die Investoren bei der Positionierung der Windräder eng mit der Bundeswehr abstimmen. Laut Engler geht es um die Verträglichkeit mit dem Flugbetrieb der Heeresflieger in Fritzlar. Außerdem gebe es mögliche Komplikationen mit einer Radarüberwachung in Nordrhein-Westfalen. „Da fehlt uns noch das Okay der Bundeswehr“, erläutert die Erste Stadträtin. Beteiligt an dem Projekt sind neben den vier Kommunen auch die VR-Bank Chattengau und das Verbands-Energie-Werk (VEW) aus Korbach, eine Tochter der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). Das VEW verhandelt laut Engler bereits mit den Herstellern von Windrädern. Insgesamt sollen zwischen 22,7 und 26,2 Millionen Euro, je nach Anlagentyp und Leistung, investiert werden.

Der Windpark soll schließlich von einer Energiegenossenschaft betrieben werden, an der sich auch die Bürger der vier planenden Kommunen sowie der Gemeinde Schauenburg beteiligen können. „Schließlich kann man auch von Schauenburg aus die Windräder sehen“, sagt Baunatals Vizebürgermeisterin. Die Anteile sollen so kleinteilig gestaltet werden, dass sie für Privatleute interessant seien. „Wir wollen ganz bewusst einen Bürgerwindpark haben.“ Und so sieht der Zeitplan aus: Bis zum Sommer wollen die Investoren alle Unterlagen beim Regierungspräsidium einreichen. Zusätzlich soll in Baunatal eine Bürgerinformation zu dem Thema stattfinden. Zudem, so erläutert Engler, wolle man die Standorte der Rotoren frühzeitig bekannt geben. Spätestens dann werde man auch Sicherheit haben über die Gesetzgebung in Berlin. Und im Jahr 2015 soll der Windpark auf dem Langenberg schließlich ans Netz gehen.

Von Sven Kühling

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