18 Kommunen planen Haushaltsdefizit

23 von 29 Kommunen im Landkreis Kassel erhöhen Steuern

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Viele Kommunen langen zu: Die meisten Städte und Gemeinden im Kreis Kassel erhöhen die Steuern auch im laufenden Jahr wieder.

Kreis Kassel. Die Steuerspirale dreht sich im Landkreis Kassel weiter: 23 von 29 kreisangehörigen Kommunen erhöhten im laufenden Jahr mindestens eine Steuer.

Zu diesem Ergebnis kommt der Bund der Steuerzahler (BdSt) Hessen. Der Verein hat in einer Untersuchung die aktuelle Steuerpolitik der Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel beleuchtet.

Demnach steigerten 21 Gemeinden den Hebesatz der Grundsteuer B für Wohngebäude, sechs Kommunen erhöhten sogar alle drei Realsteuerhebesätze. Steuersenkungen und damit Entlastung für die Bürger gab es in keiner einzigen Gemeinde. Damit setzt sich sich der Trend der vergangenen Jahre fort. 2014 hatte der Steuerzahlerbund erhoben, dass 20 Kommunen die Steuern angehoben hatten, aber in keiner Kommune Steuern gesenkt worden waren.

Besonders stark an der Steuerschraube drehten 2015 Espenau, Grebenstein, Liebenau, Reinhardshagen, Trendelburg und Zierenberg. Sie hoben sowohl die Gewerbesteuer als auch die Grundsteuer für Wohngebäude und landwirtschaftliche Flächen an. Nur in Ahnatal, Baunatal, Breuna, Helsa, Hofgeismar und Wolfhagen blieb die Steuerbelastung konstant.

Gewerbesteuer

Bei der Gewerbesteuer legte Zierenberg kräftig zu. Laut Steuerzahlerbund liegt der Hebesatz aktuell bei 480 Prozent. Damit ist die Stadt Spitzenreiter im gesamten Landkreis, gefolgt von der Gemeinde Lohfelden mit 440 Prozent. Acht weitere Kommunen neben Zierenberg haben ebenfalls erhöht. Es sind dies Espenau, Fuldatal, Bad Emstal, Grebenstein, Liebenau, Oberweser, Reinhardshagen und Trendelburg. Den günstigsten Hebesatz hat die Gemeinde Wahlsburg. Dort zahlen Gewerbetreibende 370 Prozent. Auf den gesamten Landkreis bezogen stieg der Gewerbesteuersatz im laufenden Jahr um elf Prozent auf 396 Prozent.

Grundsteuer

Bei der Grundsteuer für Wohngebäude langt Bad Karlshafen mit einem Hebesatz von 545 Prozent besonders tief in die Taschen der Bürger. Damit liegt die Stadt deutlich über dem Kreisdurchschnitt von 397 Prozent (plus 38). Am wenigsten zahlen die Bürger und Betriebe landkreisweit in Wolfhagen. Dort beschlossen die Gemeindevertreter einen Hebesatz von 330 Prozent.

Spitzenreiter bei der Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen ist ebenfalls Bad Karlshafen (545 Prozent), gefolgt von Zierenberg (530 Prozent). Den niedrigsten Hebesatz hat auch hier Wolfhagen mit nur 320 Prozent vorzuweisen. Der Durchschnitt liegt bei 393 Prozent.

Grafik: Übersicht über die Grundsteuern

Hundesteuer

Immer wieder für Diskussionen sorgt die Entwicklung der Hundesteuer. Besitzer der Vierbeiner müssen im laufenden Jahr in Söhrewald und in Nieste tiefer in die Tasche greifen. Die beiden Gemeinden erhöhten die Steuer als einzige Kommunen: Söhrewald auf 75 Euro (plus 10 Euro), Nieste auf 60 Euro (plus 18 Euro). Im Kreisschnitt werden 71 Euro abkassiert. Die Hundesteuer für gefährliche Hunde erhöhte lediglich die Gemeinde Söhrewald. Sie stieg um 105 Euro auf 795 Euro. Der kreisweite Durchschnitt liegt bei 585 Euro.

Grafik: Steuern für den ersten Hund in Euro

Haushaltsdefizit

Von 29 Kommunen planen 18 in diesem Jahr ein Haushaltsdefizit, darunter Baunatal, Ahnatal, Espenau, Fuldatal, Kaufungen, Niestetal, Schauenburg, Söhrewald und Vellmar.

Anmerkungen zu den Grafiken: Die Zahlen stammen vom Bund der Steuerzahler Hessen. Die Haushalte von Calden und Bad Karlshafen sind nicht verabschiedet.

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