Kommunen rücken enger zusammen

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Zusammenarbeit seit Jahren: Die Kommunen Baunatal, Schauenburg und Fuldabrück haben eine gemeinsame Streusalzreserve. 2011 eröffneten die damaligen Bauhofleiter Raimund Scholibo (Schauenburg, von links), Jörg Kuhaupt (Fuldabrück) und Karl Stock (Baunatal) das Lager in Großenritte. Archivfoto: Kühling

Kreis Kassel. Helsa und Kaufungen wollen es vormachen, andere Gemeinden könnten folgen. Die beiden Nachbarn im Osten von Kassel planen, enger zusammenzurücken. Um Kosten zu sparen und effektiver zu arbeiten, soll eine Verwaltungsgemeinschaft gebildet werden.

In Baunatal und Schauenburg beispielsweise gibt es großes Potenzial. Dort existiert seit Jahren eine intensive interkommunale Zusammenarbeit.

Baunatal und Schauenburg 

Vorreiter bei der interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) sind die Gemeinden Baunatal und Schauenburg. Sie investieren gemeinsam in den Hochwasserschutz, in die Erneuerung der Straßenbeleuchtung und den Radwegebau. Außerdem arbeiten sie seit geraumer Zeit auch enger im Verwaltungsbereich zusammen, wie etwa bei Standesamt und Prüfungswesen. Weitere Kooperationen könnten folgen. Möglicherweise in den Bereichen Kassenverwaltung, Personalsachbearbeitung, Energieberatung und EDV-Betreuung.

Fuldabrück 

Fuldabrück hat zwei Kooperationen. Allerdings nicht mit einer Gemeinde im Kreis Kassel, sondern mit Guxhagen im Schwalm-Eder-Kreis. Grund ist die räumliche Nähe des Rathaussitzes in Dörnhagen. Zwischen beiden Gemeinden besteht ein Personalabrechnungsverbund. Zudem gibt es einen gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk für den ruhenden Verkehr. Weitere Kooperationen, egal ob mit Guxhagen oder einer anderen Gemeinde, sind laut Vize-Bürgermeister Eckhard Grebe (SPD) nicht geplant.

Lohfelden 

Bürgermeister Michael Reuter (SPD) bewertet IKZ generell als positiv. Die Gemeinde ist in einem Abwasserverband mit Kaufungen, Söhrewald und Niestetal. Mit den gleichen Gemeinden gibt es noch einen Zweckverband Sozialstation. Außerdem betreibt Lohfelden weitere kleinere Kooperationen, so Reuter. „Wir sind immer in einem guten Dialog mit den Nachbargemeinden, um Verbesserungen anzustreben. Eine Fusion mit einer Nachbargemeinde ist aber nicht geplant.“

Niestetal 

In Niestetal gibt es neben dem Abwasserverband kaum IKZ. Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) erklärte, dass eine gemeinsame Aushilferegelung für die Standesämter mit Nachbargemeinden nie genutzt werden musste. „Trotzdem prüfen wir immer, wo welche Kooperation möglich ist.“ Handlungsbedarf für eine Fusion sieht er nicht. „Das ist bei uns kein Gesprächsthema.“

Nieste 

Die flächenmäßig kleinste Gemeinde Hessens ist bei der IKZ gut aufgestellt. Neben der kooperativen Sozialstation teilt sich Nieste einen Ordnungsbehördenbezirk mit Helsa und Kaufungen. Mit letzterer Gemeinde betreibt Nieste seit Jahrzehnten auch ein Standesamt. Im Bereich der Touristik besteht eine IKZ mit Helsa, Kaufungen, Söhrewald und Niestetal sowie, über die Kreisgrenzen hinaus, mit Lichtenau.

Espenau 

Die nördlichste Gemeinde im Kasseler Landkreis hat mit der Stadt Immenhausen einen gemeinsamen Bauhof. Außerdem gibt es eine Einkaufsgemeinschaft mit Ahnatal, Fuldatal und Vellmar. Dabei werden jeweils allgemeine Verbrauchs- und Büromaterialien von einem Mitglied der Gemeinschaft für alle anderen mit ausgeschrieben. Bei der EDV und dem Standesamt gibt es eine IKZ mit Ahnatal. Darüber hinaus gibt es für den Bereich der Überwachung und des Transportes von gefährlichen Gütern eine Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt in Hofgeismar. Weitere interkommunale Kooperationen sind nicht geplant.

Ahnatal 

Ein gemeinsamer Ordnungsbehördenbezirk mit Vellmar und Fuldatal und eine standesamtliche Zusammenarbeit mit Calden und Espenau sind Bestandteile der Ahnataler Gemeindekooperation. Zu einer möglichen Gemeindefusion sagte Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU): „So etwas ist ein ganz großer Schritt und bedeutet viel Detailarbeit. Es braucht den politischen Willen und das organisatorische Bestreben, etwas zu verändern. Momentan gibt es bei uns keine solchen Bestrebungen.“

Fuldatal 

Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) sieht IKZ als einen sinnvollen Weg der Kooperation. „Es ist immer gut, wenn alle Partner Vorteile davon haben.“ Fuldatal betreibt unter anderem eine Einkaufskooperation mit Espenau, Vellmar und Ahnatal. Die Zusammenlegung bestimmter Bereiche sieht er allerdings schwierig. „Winterdienste zusammenzulegen ist schwierig, denn wenn es schneit, dann überall gleichzeitig. Da ist es schwer zu regeln, wo der Räumdienst anfangen sollte. Und beim Standesamt sind die Menschen darauf bedacht, dass sie in ihrer eigenen Gemeinde heiraten können. Sie wollen nicht extra woandershin fahren.“ Schreiber ist generell offen für interkommunale Zusammenarbeit, aber sie muss Sinn machen. Eine Gemeindefusion schließt er momentan aus.

Vellmar 

Vellmar betreibt eine Zusammenarbeit mit den Nachbarn Ahnatal und Fuldatal. Man hat eine gemeinsame Ordnungsbehörde und finanziert in einer Kooperation die Musikschule Chroma.

Außerdem haben Vellmar und Fuldatal eine Austauschregelung für die Auszubildenden in ihren jeweiligen Schwimmbädern. Sobald die Freibadsaison zu Ende ist, nimmt das Vellmarer Hallenbad die Azubis aus Fuldatal auf. Eine mögliche Zusammenlegung der Standesämter war immer wieder ein Thema, ist aber momentan nicht in der Diskussion. Da der Bürgermeister zurzeit im Urlaub ist, konnte er nichts zum Thema „Gemeindefusion“ sagen.

Vertreter der Gemeinden Söhrewald, Helsa und Kaufungen waren telefonisch nicht zu erreichen.

Von Benjamin Kling

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