Der Bund deutscher Filmautoren ehrte Axel Richter für 50 Jahre Mitgliedschaft

Der Bund deutscher Filmautoren ehrt Axel Richter für 50 Jahre Mitgliedschaft

50 Jahre Mitglied im Bund deutscher Filmautoren: Axel Richter (Mitte) mit seiner Frau Gisela, die häufig in seinen Filmen mitspielte. Die Urkunde überreichte der 2. Vorsitzende Norbert Lippe. Foto: Deppe

Fuldabrück. Als Axel Richter 1962 dem Bund deutscher Filmautoren (BDFA) beitrat, kam gerade die erste Farbverfilmung von „Die Meuterei auf der Bounty“ mit Marlon Brando in die Kinos. Jetzt wurde der Bergshäuser für 50 Jahre Mitgliedschaft von Norbert Lippe, 2. Vorsitzender des BDFA, geehrt.

Titel wie „Die kleine Kneipe“ oder „Sonne über Dalmatien“ tragen die Filme, die Richter in seiner über 30 Jahre andauernden aktiven Zeit als Filmautor schrieb, drehte und schnitt.

Seine erste Filmkamera - eine Bolex D8L - kaufte der gelernte Fertigungsingenieur im Dezember 1961. „Im Angebot für lumpige 800 D-Mark. Da musste ich zuschlagen, auch wenn das zu der Zeit natürlich richtig viel Geld war“, sagt der heute 83-Jährige. Vom damals gängigen Doppel-8-Format stieg er schnell um auf Super-8 und blieb dem Format bis 1993 treu. Erst dann folgte der Wechsel zum Video.

Im Laufe der Zeit drehte Richter Kurzfilme aller Stilrichtungen: Urlaubsfilme, Dokumentationen oder Portäts – auf ein Genre festlegen wollte sich der Hobbyautor nicht. Mit Begeisterung filmte er auf der documenta. Einige seiner Werke lagern im Documenta-Archiv der Stadt Kassel. Hilfreich zur Seite stand ihm stets Ehefrau Gisela. Beide sind seit 57 Jahren verheiratet. Nicht nur als Sprecherin trat sie in seinen Filmen auf, sondern immer wieder auch als Darstellerin in heiteren Ehekomödien. Dabei mussten die eigenen Wohnräume auch schon mal als Kulisse herhalten.

Für einige seiner Arbeiten wurde Richter überregional ausgezeichnet. Sein Porträt eines Dialysepatienten wurde bei den Deutschen Autorenfilmfestspielen mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Mit seinem Werk „Malen im Bauernstil“ schaffte er es, an den Weltfilmfestspielen Unica teilzunehmen.

Neben der aktiven Filmerei war Richter der Austausch mit Gleichgesinnten wichtig. Für Filmfreunde gründete er 1976 den „Schmalfilmclub Fuldabrück“, der später zum heutigen „Video-Club Fuldabrück“ wurde.

Inzwischen filmt Axel Richter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst. „Wenn man die Kamera nicht mehr still halten kann, muss man irgendwann den Schlussstrich ziehen“, sagt er. Die Treffen des Video-Clubs besucht er aber weiterhin regelmäßig. Zum Jubiläum hat ihm ein alter Freund Filmaufnahmen von 1963, dem Jahr seines Vereinsbeitritts geschickt, die Richter und seine Frau zeigen. Angucken konnte dieser sich den Film bisher nicht. Sein DVD-Player ist kaputt. Und mit der neuesten Technik kennt der Rentner sich nicht mehr so gut aus.

Von Lasse Deppe

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