Neue Straßenbahnstrecke: KVG rüstet Haltestellen mit moderner Technik aus

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Geballte Technik: Claudio Frare von der Fachbereichsleitung Controlling und Kommunikation bei der KVG an einem simulierten Bordrechner einer Straßenbahn.

Vellmar. Eröffnet wird die neue Straßenbahnstrecke Kassel-Vellmar erst am 22. Oktober. Doch hinter den Kulissen wird bei der KVG mit Hochdruck an der technischen Ausrüstung der acht neuen Haltestellen gearbeitet.

Das gilt für die Programmierung der Streckenprofile genauso wie für die Erstellung der Ansagen in den Waggons und an den Haltestellen.

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1300 Sprachansagen hat die KVG für ihr gesamtes Streckennetz von Bussen und Bahnen inklusive Regiotram im Computer. Auf dem Rechner liegen auch schon die kompletten 25 Ansagen für den neuen, 4,1 Kilometer langen Abschnitt Kassel-Vellmar, erläutert Claudio Frare von der Fachbereichsleitung Controlling und Kommunikation bei der KVG.

Per Speicherchip wird am Eröffnungstag die passende Software für die Tour Kassel-Vellmar vom Fahrzeugservice der Betriebswerkstatt zu Fahrtbeginn in der Tram installiert. Auf simulierten Bordrechnern im Betriebshof der KVG in der Sandershäuser Straße in Kassel wird die Datenprogrammierung zuvor getestet - zum Beispiel, ob die Ansagen auch zur Haltestelle passen. 20 Stunden dauert in der Regel die Umlaufzeit für eine Straßenbahn.

Heidi Hamdad

Mit im Technikpaket an den Haltestellen der neuen Strecke ist auch die Möglichkeit für Sehbehinderte, per Knopfdruck die aktuelle Uhrzeit und die Ankunftszeit der nächsten Tram abzufragen, wenn sie die Textanzeige nicht lesen können. Ein Service, der Geld kostet. 1,4 Millionen Euro investiert die KVG allein in den Bau der acht neuen Wartehäuschen zwischen Kassel und Vellmar. 500.000 Euro davon gehen in die technische Ausrüstung. Täuschend echt wird die Stimme der Ansagerin klingen, wenn sie nach der Streckeneröffnung im Oktober in der Straßenbahn Haltestellen wie Musikerviertel oder Vellmar-Nord ankündigt. Aber die Frauenstimme kommt aus der Retorte, die Ansagen sind allesamt digitalisiert, sagt Pressesprecherin Heidi Hamdad. Für den Klang der weiblichen Stimme habe man sich bei der KVG entschieden, nachdem bei Tests mit Kunden „Männer nicht so gut rüberkamen“.

Schauspielerin sagte an

Früher war das noch anders. Da wurden die Ansagen von einer Schauspielerin des Kasseler Staatstheaters auf Band gesprochen und im Tonstudio geschnitten. „Extrem aufwändig“ sei das gewesen, erinnert sich Frare. 3000 bis 4000 Mark wurden da pro Jahr für die Stimmenproduktion ausgegeben. Gerade mal auf 500 Euro beliefen sich die Kosten für die aktuelle Software einer Münchener Firma, mit der man heute stimmlich auf Änderungen an der Strecke - wegen Baustellen zum Beispiel - innerhalb einer Woche reagieren kann. Früher dauerte das bis zu zwei Monate. Deshalb stieg man bei der KVG auf moderne Technik um, nachdem die Schauspielerin die 70 überschritten und Kassel verlassen hatte. Archivfoto: Träger/nh

Video: Regiotram rollte erstmals bis nach Vellmar

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