Nach Elternprotest: Lohfelden verschiebt Kita-Gebührenerhöhung

Kompromiss in Sicht

Gesprächsbereitschaft: Die SPD will mit den Eltern über die Anhebung der Kita-Gebühren reden. Fraktionsmitglied Bernd Hirdes (rechts) machte jetzt während der Protestveranstaltung der Eltern vor dem Bürgerhaus den Anfang. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Die Gemeindevertretung Lohfelden hat noch keine Entscheidung über die Neugestaltung der Kindergartengebühren getroffen. Das Thema wurde am Donnerstag nach den heftigen Elternprotesten (wir berichteten) vom Parlament erwartungsgemäß vertagt.

Bei dem Absetzungsbeschluss setzte sich die SPD in namentlicher Abstimmung gegen eine Opposition aus CDU, den Grünen und der Unabhängigen Liste Lohfelden (U2L) durch. Die Beratung über die Kindergartengebühren wurde zeitweise von mehr als 30 Elternvertretern mitverfolgt.

Einem Bürgerprotest seien immer Gespräche geschuldet, sagte SPD-Sprecher Norbert Thiele, der mit seiner Fraktion am Donnerstag eigentlich einen neuen Anlauf nehmen wollte, die Elternbeiträge für die Betreuung in den Kindertageseinrichtungen um durchschnittlich etwa 25 Prozent anzuheben. Dagegen hatten sich Eltern unter anderem mit über 1000 Unterschriften zur Wehr gesetzt.

„Die Herren Thiele und Eckhardt wollen sich bei mir melden“, sie hätten wohl eine neue Idee, sagte die Gesamtelternbeiratsvorsitzende Rebecca Rode am Donnerstag der HNA.

Seitens der Eltern erwarte man jetzt eine Reaktion auf den Kompromissvorschlag, die Gebührenerhöhung auf fünf Jahre gleichmäßig zu verteilen, so die Sprecherin.

Die Opposition im Kommunalparlament war entschieden gegen eine Vertagung: Das Paket Kindergarten und Elternbeiträge sei seit einem Jahr bekannt, „man hätte längst mit Eltern in Kontakt treten können“, sagte Grünen-Sprecherin Miriam Würth, auch für CDU und U2L.

Die Grünen hatten sich gegen die Anhebung der Elternbeiträge in diesem Jahr ausgesprochen, während die CDU mit ihrem Antrag für eine gebührenfreie Grundversorgung in den Kindergärten von 8 bis 12 Uhr und eine einfache Abrechnung nach Stunden für längere Betreuungszeiten eintrat.

Einig sind sich alle Parteien in der politisch-strategischen Forderung, die Kosten für die frühkindliche Bildung und Erziehung zu gleichen Teilen auf Bund, Länder und Kommunen zu verteilen. Der Gemeindevorstand wurde beauftragt, die betroffenen Ministerien anzuschreiben. (ppw)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.