Keine Leihräder im Umland: Konrad bleibt vorerst in Kassel

Fahrrad an Fahrrad: In Kassel hat sich Konrad etabliert, hier stehen Räder bereit am Bahnhof Wilhelmshöhe. Dass sich das Verleihsystem ins Umland ausweitet, steht derzeit noch in den Sternen. Bei SMA in Niestetal (kleines Foto) gibt es bereits eine Station. Archivfotos: Fischer/nh, Nölke/nh

Kreis Kassel. Die Chancen, dass sich das Fahrradverleihsystem Konrad auch ins Kasseler Umland ausweitet, sind derzeit noch gering. Einige Kommunen befassen sich zwar damit, erwarten aber erstmal genaue Zahlen zu einem Beteiligungsmodell von der Stadt Kassel.

Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) hatte jetzt die Kommunen aus dem Speckgürtel zum Erhalt von Konrad über das Jahr 2015 hinaus ins Gespräch gebracht. Im kommenden Jahr läuft der Vertrag zwischen Kassel und der Bahntochter DB Rent zur Finanzierung aus.

In der Radprojektgruppe habe man sich mit Konrad befasst, berichtet Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). „De Fahrradströme in Baunatal sind nicht so genau zuzuordnen, dass sich Punkte für Ausleihstationen daraus ergeben könnten, sagt Schaub. Außerdem habe man in Baunatal „nicht so das studentische Potenzial“. Schaub: „Wir haben von Konrad erstmal Abstand genommen.“

Alles zu dem Fahrrad-Verleihsystem gibt es im HNA-Regiowiki.

„An uns wurde das Thema bislang noch nicht rangetragen“, sagt Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla (SPD). „Wir müssen erst die Rahmenbedingungen kennen. Dann muss man sich unterhalten.“

Ähnlich sieht das auch Erster Beigeordneter Werner Nikolaus (SPD) von der Gemeinde Niestetal. Dort gibt es übrigens mit einer Konrad-Station beim Solartechnikhersteller SMA bereits eine Beteiligung an dem Fahrradsystem. „Wir haben noch keinerlei Information“, sagt Nikolaus. „Wir müssen abwarten, wie die Vorstellungen der Stadt sind. Grundsätzlich sei die Gemeinde Niestetal dabei, den Haushalt zu konsolidieren, dazu werde jede Freiwillige Leistung genau unter die Lupe genommen, erläutert der Erste Beigeordnete.

In gleicher Richtung argumentiert Landkreissprecher Harald Kühlborn. Die Pläne eine Kooperation seien gut, sagt er, offen sei aber die Frage der Finanzierung. Aktuell habe der Kreis dafür kein Geld.

Die Stadt Baunatal will das Thema Konrad allerdings noch nicht ganz vom Tisch haben. Allgemein sei man für eine regiomale Beteiligung an solchen Projekten offen, sagt Bürgermeister Schaub. Und wie sieht es mit einer Beteiligung an den Kosten aus? „Für regionale Geschichten muss man auch eine einen regionalen Finanzausgleich in Betracht ziehen.“

Von der Gemeinde Kaufungen war am Donnerstag trotz Anfrage keine Stellungsnahme zu bekommen.

Von Sven Kühling

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