Kontakt zur Gemeinde gut

Helsa / Kaufungen. Seit wenigen Tagen hat Wickenrode eine neue Pfarrerin. Susanne Hüfken hat dort eine halbe Stelle angetreten. Wohnen wird sie allerdings mit ihrer Familie weiterhin in Niederkaufungen. Wir sprachen mit Dekanin Carmen Jelinek über die Situation und die Schließung von Pfarrhäusern.

Frau Hüfken arbeitet als Pfarrerin in Wickenrode, wohnt aber weiterhin in Niederkaufungen. Wie kam es dazu?

Carmen Jelinek: Unter den Bewerbern auf die Pfarrstelle gab es niemanden, der in Wickenrode wohnen wollte. Das hatte jeweils familiäre Gründe. Da es sich um eine halbe Stelle handelt, ist Susanne Hüfken auf eigenen Wunsch von der Residenzpflicht befreit. Das Pfarrhaus in Wickenrode wird möglicherweise verkauft. Es gibt bei der Landeskirche nämlich eine Neuregelung, die besagt, dass bei halben Stellen nicht mehr unbedingt ein Pfarrhaus bereitgestellt werden muss.

Ist denn so der Kontakt zur Gemeinde gegeben?

Jelinek: Der Kontakt stellt sich zwar nicht automatisch her, wenn man sich nicht beim Einkaufen trifft. Aber man kann ihn ja schließlich auch bewusst aufnehmen. Und Frau Hüfken ist ja zu festen Zeiten in Wickenrode und ansprechbar. Auch in der Vergangenheit wohnte der zuständige Pfarrer nicht immer in Wickenrode. Das war erst seit 1987 so, als dort eine eigene Pfarrstelle eingerichtet wurde. Durch den Bevölkerungsrückgang haben wir heute dort nur noch eine halbe Pfarrstelle. Wenn ein Pfarrer für mehrere Orte zuständig ist, kann er ja auch nur in einem Dorf seiner Gemeinde wohnen.

Ist es für die Kirche nicht in Zeiten von Mitgliederschwund entscheidend, den menschlichen Kontakt zu wahren, indem ein Pfarrer vor Ort ist?

Jelinek: Der menschliche Kontakt von Frau Hüfken zur Gemeinde ist ausgezeichnet, sie kennt viele mit Namen. Und gerade im ländlichen Raum findet sich nicht immer jemand, der bereit ist, für eine halbe Stelle umzuziehen. Das kann zum Beispiel auch daran liegen, dass der Partner an einem anderen Ort eine feste Stelle hat. (irh) Archivfoto: Glass

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