Gruppe Miteinander veranstaltete Frühjahrstreffen auf Reitanlage Brückenhof

Der Kontakt mit Tieren hilft behinderten Kindern

Besondere Erfahrung: Der dreijährige Florian leidet am Down-Syndrom, traute sich aber, zusammen mit seinem Vater Ingo Reisig in das Kleintiergehege, wo er von der Henne und Hündin Ida freudig empfangen wurde. Fotos: Kisling

Ahnatal. „Es war ein tolles Gefühl“, schwärmte Claudia Dietzsch, als sie vom Rücken des Pferdes stieg. Dietzsch, Mitglied der Ahnataler Gruppe Miteinander, die sich für die Integration von Menschen mit Behinderungen und deren Familien in die Gesellschaft einsetzt, ist auf den Rollstuhl angewiesen.

Die Erfahrung, auf einem Pferderücken zu sitzen, war ein neues Erlebnis für sie. Genau darum ging es der Gruppe Miteinander um deren Vorsitzende Monika Ude beim Frühjahrstreffen. Nach einem Brunch mit 70 Gästen im Ahnataler Bürgersaal wurde die Veranstaltung am Nachmittag mit einem Besuch der Reitanlage Brückenhof fortgesetzt.

30 Mitglieder der Gruppe nahmen das Angebot wahr und nach gemeinsamem Kaffeetrinken überwanden die Behinderten ihre Berührungsängste und ließen sich auf die Tiere ein. Während einige einfach das Gefühl genossen, auf einem Pferd oder einem Pony sitzen zu können, ließen sich andere auf dem Rücken der Tiere im zügigen Schritt durch die Reithalle führen.

„Die Berührung mit Tieren ist wichtig für unsere behinderten Mitglieder. Ich finde es toll zu sehen, wie Ängste überwunden werden und der Kontakt mit den Tieren genossen wird“, meinte Monika Ude.

Bereits Erfahrung auf dem Pferd: Stefan Weinberger ließ sich von Anlagenbesitzerin Ilse Auffarth-Zink im zügigen Schritt durch die Reithalle führen.

Wer sich nicht auf einen Pferde- und Ponyrücken setzen wollte, bekam die Möglichkeit, Hühner, Hunde und ein Schwein zu streicheln. Kleintiertherapeut Marcus Schmidt war mit seinen zahmen Tieren zu Gast und sorgte für großen Zuspruch bei der Gruppe.

Sei es bei dem Pfötchengeben mit Hund Ida, dem Herumtollen mit Schwein Daisy oder den Tricks mit den Hühnern, die beispielsweise über die ausgestreckten Arme der Besucher liefen. Insbesondere bei den jüngeren Gästen sorgten die Küken für Begeisterung.

„Alle Sinne angesprochen“

„Das Arbeiten mit Tieren regt zur Bewegung, zum Agieren und Reagieren an. Alle Sinne werden angesprochen und das Sozialverhalten gefördert“, erklärte Schmidt. Für die Gruppe Miteinander war die Ausrichtung des Frühjahrsfestes ein Erfolg, den man gerne wiederholen würde.

Auch Ilse Auffarth-Zink, Eigentümerin der Brückenmühle, befürwortete den Vorschlag: „Es war eine schöne Erfahrung zu sehen, dass die Menschen ihre Angst ablegen und sich trauen, mit Tieren in Kontakt zu kommen. Die Gruppe war gut vorbereitet, alles hat geklappt.“

Von Tobias Kisling

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.