Vellmarer Amateurfunker fristen bescheidenes Dasein – Mitgliederzahl stark gesunken

Kontakte rund um die Welt

Erster Versuch: In familiärer Atmosphäre versucht Amateurfunker Jörg Peter Gräf sofort nach dem Aufbau der Funkanlagen über Ultrakurzwelle (UKW) eine Funkverbindung nach Großbritannien herzustellen. Fotos: Brandau

Vellmar. Dem Deutschen Amateur Radio Club (DARC) gehören 1050 Ortsverbände mit insgesamt über 40 000 Mitgliedern an. Einer dieser Ortsverbände wurde vor 20 Jahren in Vellmar gegründet. Damals schlossen sich dem Verein rund 60 Funkamateure an. Allerdings fristete der Ortsverband, der den für Laien eher kryptischen Namen „F 73“ trägt, ein eher bescheidenes Dasein. Die Mitgliederzahl sank bis zuletzt auf knapp 40.

„Wie in fast allen Vereinen gab es auch bei den Funkamateuren eine gewisse Überalterung“, erklärt Wolfhard Eidenmüller, kürzlich gewählter Vorsitzender des Vellmarer Ortsverbandes. Der Vorsitzende hat sich zum Ziel gesetzt, dem Verein neues Leben einzuhauchen und das Wirken der Funkamateure öffentlichkeitswirksamer zu gestalten.

Trotz modernster Technik sei es schwierig junge Menschen für dieses tolle Hobby zu begeistern, räumt Eidenmüller ein. „Wir werden an unseren monatlichen Clubabenden nicht nur unsere Funkbestätigungskarten (QSL-Karten) austauschen, sondern eine Reihe von sehr interessanten Themen anbieten“, kündigt der Vorsitzende an.

Die Öffentlichkeit soll wieder wahrnehmen, dass es die Funkamateure trotz Internet noch gibt. Gerade das mache auch den besonderen Reiz aus, dass dieses Hobby nicht vom Internet abhängig sei.

Amateurfunk ist Experimentalfunk und die lizensierten Mitglieder haben aufgrund der anspruchsvollen Prüfungen das Recht, ihre Geräte selbst zu bauen. „Die größte Herausforderung ist, mit einem klassischen Kurzwellenfunkgerät, einer Batterie und einer vielleicht selbst gebauten Antenne, Verbindungen rund um die ganze Welt aufzubauen“, schwärmt Eidenmüller.

Das war auch das Ansinnen der Vellmarer Mitglieder, die sich über die Pfingstfeiertage in Friedrichsdorf bei Hofgeismar zum jährlichen Field-Day trafen. Auf dem exponierten Gelände konnten die Funker aller Altersgruppen ihrem Hobby nach Herzenslust frönen.

Mit dabei war auch Jörg Peter Gräf. Es selbst bezeichnet sich als jemand, der mit dem Amateurfunkvirus infiziert ist. Sobald das Equipment aufgebaut ist, versuchen die Funkexperten möglichst viel und weit mit Gleichgesinnten zu kommunizieren.

„Funkamateure arbeiten auch im Bereich des Notfunks. Zum Beispiel sind sie die ersten, die im Katastrophenfall eine Verbindung zur Außenwelt herstellen. Das gilt bei Naturkatastrophen ebenso wie bei politischen Ereignissen. Also eine spannende Sache für Funkamateure“, erklärt Gräf und verweist auf die monatlichen Treffen der Vellmarer Funker jeden dritten Mittwoch im Monat ab 19.30 Uhr in OV-Heim in der Hauffstraße 29 in Vellmar.

Kontakt: Wolfhard Eidenmüller, Telefon 01 51/ 24 17 36 33 oder www.F73.de

Von Werner Brandau

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