3500 Landkreisbewohner gaben Stellungnahmen ab

Kontroverse um Windpark am Sensenstein

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Windräder auf den Kuppen: Auf der Schanze bei Niestetal drehen sich seit Jahren drei Windräder. Nun werden zwei neue dazugebaut, die mit 200 Meter bedeutend höher sind; unsere Montage zeigt, wie die Windtürme von der Ferne in der Landschaft wirken. Ob auch auf dem nahe gelegenen Sensenstein (er schließt sich rechts an das Waldgebiet in unserem Bild an) Windräder errichtet werden, ist noch offen.

Kreis Kassel. Der geplante Bau weiterer Windparks in unserer Region beschäftigt viele Menschen: Im Landkreis Kassel haben jetzt 3500 Menschen eine Stellungnahme zu der Regionalplanung Windenergie abgegeben.

Im gesamten Regierungsbezirk waren es 15.000 Stellungnahmen – mehr als 12.000 davon waren laut Regierungspräsidium Masseneinwendungen, die von den Unterzeichnern jeweils mit ihrer Unterschrift unter eine Liste von Argumenten bestätigt wurden. Die Stellungnahmen werden nun im Regierungspräsidium Kassel den einzelnen Standorten zugeordnet und inhaltlich bewertet. Die Verwaltung entwickelt daraus Vorschläge, ob und wie die Planung verändert werden soll.

Wahrscheinlich werde es dann eine zweite Offenlegung der Pläne geben, sagte RP-Sprecher Jörg Wiegel auf Nachfrage der HNA. Ziel ist, den Regionalplan Windkraft vor Jahresende zu beschließen. Die Entscheidung trifft die Regionalversammlung. In dem Gremium mit 41 Mitgliedern sind die Landkreise Kassel, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg, Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner und Fulda sowie die Städte Kassel und Fulda und der Zweckverband Raum Kassel vertreten.

Eigenes Gutachten

Inwieweit die jetzt im Regionalplan aufgeführten Windvorrangflächen verändert werden, ob welche entfernt werden oder neue hinzukommen, das entscheidet sich im weiteren Verfahren bis zum Jahresende.

Offen ist beispielsweise im östlichen Altkreis Kassel, ob eine Fläche am Sensenstein in den Regionalplan aufgenommen wird. Die Hessische Landgesellschaft (HLG) will dort einen Windpark entwickeln, ein Bieterverfahren zur Suche eines geeigneten Investors läuft bereits.

Die Fläche am Sensenstein war im früheren Regionalplan 2009 aufgeführt, dann wegen verschärfter Anforderungen des Landes aber nicht mehr in den neuen Regionalplan aufgenommen worden. Nach der TÜV-Windkarte sind die dort zu erwartenden Windstärken nicht ausreichend. Die HLG bestreitet dies. Sie habe ein Gutachten vorgelegt, das das Gegenteil belegen soll, sagte RP-Sprecher Wiegel der HNA. Das werde man nun prüfen.

Unabhängig davon würden alle Flächen, die im früheren Regionalplan standen, auch im neuen aufgeführt, wenn weiter Interesse daran bestehe.

Ob sie dort auf Dauer bleiben, entscheide sich erst in dem jetzt beginnenden Abwägungsprozess, sagte Wiegel.

Von Holger Schindler

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