Gewerkschafter zur Bundespolizei

„Konzept der Reform war Mist“

Rüdiger Reedwisch

Ahnatal/Fuldatal. „Das Konzept der Reform der Bundespolizei war von Anfang an Mist.“ Dass gestern deren Präsident Matthias Seeger und seine beiden Stellvertreter von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CDU) entlassen wurden, sei ein „Bauernopfer der Politik“, betont Rüdiger Reedwisch.

Der Ahnataler ist Ehrenvorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft. Diese ist mit 12 000 Mitgliedern eine von drei Vertretungen der insgesamt 32 000 Bundespolizisten in Uniform und weiterer 8000 Verwaltungsbeamten und Tarifbeschäftigten.

Mit der 2007 vom Bundesinnenministerium beschlossenen Reform änderte sich die komplette Organisation der Bundespolizei. Diese kranke seitdem an der Zentralisation aller Aufgaben, sagt Reedwisch. So gehörten beispielsweise dem Stab des Präsidiums in Potsdam 7500 Personen an. Am Ort seien aber nur 3000 bis 3500. „Die anderen sind auf das ganze Bundesgebiet verteilt. Das klappt nicht.“

Fuldatal positives Beispiel

Eines der wenigen positiven Beispiele aus der Reform sei die in der Direktion in Fuldatal zusammengeführte Bundesbereitschaftspolizei. Dort werden laut Reedwisch die bundesweiten Einsätze „koordiniert organisiert“.

Auf die Fehler in der Reform hatte Reedwisch seinerzeit vor dem Innenausschuss des Bundestages hingewiesen. Ohne Erfolg. Bis heute sei nicht festgelegt, wofür die Bundespolizei genau zuständig sei. Für zusätzlich übertragene Aufgaben fehlten Geld und Personal. Trotz vielfacher Kritik von der Basis habe die Führung die Reform als Erfolg verkaufen müssen. Wie der Minister jetzt mit der Bundespolizei-Spitze verfahre, ist laut Reedwisch „schäbig“. (mic) Archivfoto:  Fischer

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