Politischer Streit um mögliche neue Aufgaben der Stadtwerke

Konzept sieht Ausbau und Sanierung vor

Stadtwerke im Blickpunkt: Im Baunataler Parlament ging es um die Entwicklung der Fernwärme. Hier ist im Hintergrund (links) eine Übergabestation an der Akazienallee in Altenbauna. Foto: Jünemann

Baunatal. Die Ausweitung des Fernwärme-Netzes in Baunatal ist Teil eines Konzepts der Stadtwerke, das den Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung vorlag. Es wurde mit der breiten Mehrheit von SPD und CDU bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung der Grünen verabschiedet.

Neben dem Ausbau wird die Sanierung des Netzes, dessen älteste Teile von 1981 stammen, als wesentliche Aufgabe festgeklopft. Dafür sind in nächster Zukunft 100 000 Euro im Jahr vorgesehen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Überwachung, um Lecks schnell zu orten. Derzeit laufen noch – bedingt durch den abschnittsweisen Ausbau des Netzes – vier Überwachungssysteme parallel. Ziel ist ein einheitliches, einfaches System, um Netzverluste zu reduzieren.

Die Grünen im Stadtparlament störten sich an Gedankenspielen in dem Konzept. Die Stadtwerke überlegen, in Gebieten, die vom bestehenden Netz zu weit entfernt liegen, Blockheizkraftwerke zur Nahwärmeversorgung zu schaffen. Der städtische Eigenbetrieb könnte dann womöglich einen Wärme-Vollservice anbieten, so die Formulierung in dem Papier.

Erneuerbare Energien

Der Umweltpartei ging das zu weit. Sie wollte zunächst eine Grundsatzentscheidung über den Einsatz erneuerbarer Energien in Baunatal. Zudem seien Zahlen nötig, so Fraktionschef Edmund Borschel.

Hingegen läuft das vorliegende Konzept für die SPD-Mehrheit „völlig in die richtige Richtung“, stellte Sprecher Heinz Bachmann fest. Und CDU-Fraktionschef Sebastian Stüssel nannte das Papier „kurz, prägnant, sachbezogen und zielgerichtet“.

Sozial- und Christdemokraten unterstrichen, dass man die Vorschläge schrittweise abarbeiten und Vorhaben, sobald sie konkret würden, stets im Stadtparlament beraten werde. Ein Änderungsantrag der Grünen, getrennt über Vorkehrungen zur Erhaltung des Netzes und Entwicklungsstrategien abzustimmen, fand keine Gegenliebe.

Stadtwerke-Leiter Jürgen Grimm sieht das Konzept „als Arbeitsauftrag“ an. Nun werde man daraus Pläne entwickeln.

Von Ingrid Jünemann

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