Kindertagesstätte Wackelzahn in Bergshausen gestaltet Kinder-Alltag flexibler

Ein Konzept voller Leben

Haben viele Freiheiten in der Tagesstätte: Die Mädchen und Jungen lernen mit dem neuen Konzept mehr Erzieher und andere Kinder kennen. Fotos:  Grigoriadou

Fuldabrück. Ein Konzept voller Leben. Das war das Ziel der Kindertagesstätte Wackelzahn in Bergshausen. Zwei Jahre lang setzte sich die Leiterin der Tagesstätte Brigitte Pettrits zusammen mit ihren Mitarbeiter intensiv mit der Erstellung und Eingliederung der neuen Regelung im Alltag auseinander.

Feste Gruppen mit Freiheiten

„Die rund 100 Kinder haben zwar ihre festen Stammgruppen, können sich aber viel freier bewegen“, erklärt Pettrits. „Sie können es sich in den Freispielphasen aussuchen, ob sie lieber im Bauraum spielen, die Puppenküche nutzen oder sich im Bewegungsraum aufhalten wollen.“ . Die Grundlage des Einwahlsystems sind die Fotos der Kinder. „Es gibt eine bestimmte Stelle in jeder Stammgruppe, in der die Fotos hängen“, sagt Pettrits. Je nachdem, in welchem Raum die Kinder sich befinden, hängt auch ihr Bild. „Neben einem Foto der Puppenecke zum Beispiel werden die Fotos der Kinder angebracht, die gerade diesen Raum nutzen“, erklärt Pettrits. So haben die Erzieher den Überblick. Pflicht ist das An- beziehungsweise Abmelden bei den Erziehern.

Umstellung

Die größte Umstellung allerdings kam nicht auf die Kinder, sondern auf die Erzieherinnen zu. „Es mussten gemeinsame Ziele gefunden, regelmäßige Absprachen getroffen werden und das Thema Verlässlichkeit wurde umso wichtiger“, erklärt Pettrits weiter. So frei das Konzept nach außen hin ist, so streng ist das inhaltliche Gerüst. „Angeboten wird auch ein Gruppentag, der sich nach den Interessen der Kinder richtet. Zum Programm gehören auch Thementage, jahreszeitlich bedingte Angebote und verschiedene Projekte. Die Erzieherinnen haben viel mehr Verantwortung übernommen.“

Seit 2006 werden Schulkinder mit betreut. „Unsere Kinder sind von zwei bis elf Jahre alt. Jeder passt hier auf jeden auf, und vor allem Lernen die Kinder der unterschiedlichen Altersstufen voneinander“, sagt Pettrits. Vor allem für die große Gruppe der Einzelkinder sei diese Erfahrung sehr wichtig.

Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) ist von dem neuen Konzept überzeugt. „Die Kinder lernen so viel mehr Menschen kennen. Für ihre weitere Entwicklung ist das förderlich.“ Wackelzahn-Leiterin Pettrits stimmt zu: „Aber auch die Erzieherinnen kommen mit allen Kindern in Kontakt. Dadurch lernen unsere Kinder mehrere Persönlichkeiten kennen, sind selbstständiger, offener, tragen mehr Verantwortung und lernen gleichzeitig auch Grenzen kennen.“

Von Anthoula Grigoriadou

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