Konzert zum 175. Geburtstag des Mitteldeutschen Sängerbundes in Baunataler Stadthalle

Musik aus dem hohen Norden: Der Männerchor Baunatal stimmte beim Konzert die Lieder „Seemann“ und „Kneipe am Moor“ an.

Baunatal. Der Norden ist rau, der Norden birgt aber auch Wehmut und Romantik. Er ist voller Kontraste: Das vermittelten elf Chöre beim Geburtstagskonzert zum 175-jährigen Bestehen des Mitteldeutschen Sängerbunds (MSB) am Sonntag in der Baunataler Stadthalle den 300 Besuchern.

Der Norden: Mit ihm verbinden viele Chöre das Leben auf hoher See und rauhbeinige Matrosen: Der Männerchor Baunatal setzte dieses Thema mit den Liedern „Seemann“ und „Kneipe am Moor“ in stimmungsvolle Klangbilder um. Der Gesangverein Breitenbach lud mit dem Seemannslied „Keine Frau ist so schön wie die Freiheit (und kein Mann so schön wie sein Geld) zum Schunkeln und Schmunzeln ein. Der Gesangverein Kassel-Oberzwehren bot mit der Seemannsweise Capitano eine eindrucksvolle Vorstellung. Da stimmten nicht nur die Töne, sondern auch die Gestik auf der Bühne. Der Shantychor Landwehrhagen gab den Evergreen „Auf der Reeperbahn“ zum Besten.

Romantik, Wehmut, Liebesgeflüster in einsamer Landschaft, Sehnsucht nach unverfälschter Natur: Diese andere Seite des Nordens hatten ebenfalls eine Reihe der Chöre der Sängergruppe Baunatal im Blick. Der Frauenchor Habichtswald Baunatal und der Frauenchor Altenbauna Vocal Lisa meiserten die musikalischen Klippen des schwedischen Volkslieds „Ach Värmeland“ souverän.

Die Chorvereinigung Altenritte lud mit dem norwegischen Volkslied Nocturne „zum Kuscheln“ ein, wie die Chorleiterin und MSB-Vorstandsmiglied Dorina Schmidt es ausdrückte. Der Gesangverein Rengershausen glänzte mit der schottischen Ballade „Anna Laurie“.

Aus dem Norden kommen auch viele internationale Hits. Daran erinnerte der Chor Mehrklang aus Großenritte mit „Mamma Mia“ von Abba. Der Gesang- und Kulturverein Baunatal-Kichbauna intonierte die Filmmelodie „Gabriellas Sang“ und die „Tönewerfer“ aus Nords- hausen erzählten ihre „Fairytale“, den Siegertitel des Eurovision Songcontest. Zugabe-Zugabe-Rufe gab es beim hinreißenden Auftritt der beiden stimmgewaltigen Chorleiterinnen Valentina Morawez und Dorina Schmidt, die im Duo Abbas „Thank you for the music“ sangen.

Wie auf dem Meer gibt es im Chorgesang hohe Wellenkämme und tiefe Täler. Die Täler waren bei diesem Konzert eher flache Hügel, das war am Beifall-Barometer des Publikums deutlich abzulesen.

Gruppenchorkonzert in der Stadthalle Baunatal

Von Peter Dilling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.