120 Oldtimer legten auf dem Marktplatz vor vielen neugierigen Zuschauern ersten Zwischenstopp ein

Korso der Blech-Schätzchen

Mit Helm und Brille: Heinz Riehl aus Schauenburg war auf dem Marktplatz mit einem alten DKW-Motorrad unterwegs.

Baunatal. Der Motor einer flunderförmigen Corvette brüllt mit seinen 450 Pferdestärken auf, der Fahrer eines mit Porsche-Motor aufgemotzten Käfers grüßt in die Menge, das französische Gegenstück aus den 1950er-Jahren, ein klobiger Renault 4 CV, hämisch-liebevoll Butterklumpen genannt, rollt vor das Baunataler Rathaus: Der Korso der 17. Internationalen ADAC-Oldtimerfahrt lockte am Samstagmorgen viele Schaulustige an die enge Fahrgasse auf dem Baunataler Marktplatz.

„An den alten Autos kann man wenigstens noch selbst herumschrauben.“

Während ein paar Meter weiter Gemüse, Eier und Salat verkauft werden, stempeln Wilfried und Barbara Langmann vom Nordhessischen Motorsportclub Baunatal, dem Organisator, wie am Fließband die Kontrollkarten der Fahrer ab, die am Volkswagenwerk gestartet sind. 100 Jahre Autogeschichte rollen im Minutentakt am Publikum vorbei.

Nach ein paar aufmunternden Worten steuern die Oldtimer-Fans ihre Blech-Schätzchen vorsichtig durch das Spalier der Zuschauer Richtung Europaplatz. Peter Berndt und Erwin Thul haben sich einen erhöhten Platz am Rathaus gesichert. Berndt, der wie Thul früher im VW-Werk gearbeitet hat, schaut sehnsüchtig auf die drei Karmann Ghia, legendäre Volkswagen mit Käfer-Technik. „Davon habe ich in meinem Leben drei Stück gefahren. Hätte ich doch nur einen behalten“, sagt der Baunataler. Berndt fährt wie Thul heute einen Golf Plus, der Umwelt zuliebe und wegen der hohen Spritpreise. „Die Form der heutigen Autos wird ja nur noch durch den Windkanal bestimmt“, so Thul. Berndt fände es schön, wenn noch mehr der alten Schätzchen restauriert würden. Auf Wanderungen habe er viele alte Autos in Scheunen und auf Grundstücken gesehen, die vor sich hin rotten.

Kai Becker aus Baunatal, der mit seinem Sohn Till (2) den Korso verfolgt, hat seinen Traum vom eigenen Oldtimer wahr gemacht: Der Bauingenieur hat einen Porsche 914, Baujahr 1973, neu aufgebaut. „An den alten Autos kann man wenigstens noch selbst herumschrauben“, sagt er. Till darf schon auf dem Kindersitz mitfahren, wenn sein Vater auf Spritztour geht.

Heinrich Becker aus Schauenburg sieht sich die Oldtimer genau an. Plötzlich deutet er auf einen Opel Rekord, Baujahr 1955, der gerade heranrollt. „Dieses Modell habe ich auch mal gefahren“, sagt der Rentner. Und fügt hinzu: „Die Rallye ist eine tolle Sache. Das macht Freude.“

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