Schlechte Haushaltslage macht Gebührenerhöhung in Fuldatals Kindergärten notwendig - Eltern unzufrieden

Kosten für Betreuung steigen

Fuldatals Kindertagesstätten werden optimiert: Auch die Eltern der kleinen Besucher des Kindergartens Weddel in Ihringshausen müssen ab Januar mehr bezahlen. Das Bild zeigt die Kinder während der vorübergehenden Betreuung im Tanzplatz. Archivfoto:  Schräer

Fuldatal. Eltern, deren Kinder einen der fünf Kindergärten in der Gemeinde Fuldatal besuchen, müssen ab nächstem Jahr tiefer in die Taschen greifen. Das wurde bei der Gemeindevertretersitzung im FuldaTalerForum, wenn auch mit gewissem Unbehagen der Mitglieder, einstimmig beschlossen. Ab Januar gelten neue Gebühren- und Betreuungsregelungen für die Kindertagesstätten.

Für ein Kind ab drei Jahren, das eine halbtägige Betreuung von 8 bis 12 Uhr in Anspruch nimmt, steigen die Kosten von 102 auf 112 Euro im Monat. Bis zum Jahr 2013 sollen die Gebühren auf monatlich 124 Euro pro Kind wachsen. Das wäre ein Gesamtanstieg von fast 22 Prozent.

„Das Beratungsunternehmen Impuls soziales Management hat seit Mai 2008 einen Optimierungsbericht für die Kindergärten der Gemeinde erarbeitet“, sagte Bürgermeisterin Anne Werderich (FDP) Dieser diente als Basis für die Änderung der Satzung zur Benutzung der Kindergärten. In dem Gutachten war vorgesehen, dass für die Optimierung der pädagogischen Arbeit im Bereich der Kindergärten rund 10,5 Personalvollzeitstellen zusätzlich geschaffen werden. „Das hätte Kosten in Höhe von jährlich etwa 413 000 Euro zur Folge, was wir uns bei der gegenwärtigen Haushaltslage nicht leisten können“, sagte Werderich. Aktuell subventioniert die Gemeinde Fuldatal jeden Kindergartenplatz mit 250 Euro pro Kind pro Monat. „Dadurch entsteht uns ein Defizit von rund 1,1 Millionen Euro.“

Nach der neuen Gebührensatzung steigen nicht nur die Betreuungs-, sondern auch die Verpflegungskosten. Ab Januar zahlen Eltern monatlich 65 statt 63 Euro für das Essen im Kindergarten. Verglichen mit den anderen Gemeinden im Landkreis ist die Verpflegung in Fuldatals Kindergärten damit teurer.

Neben den Gebühren ändern sich auch die Betreuungszeiten in den Kindergärten. Jetzt ist eine zusätzliche Stunde vor der normalen Öffnungszeit um 8 Uhr und eine Stunde nach 16.30 Uhr in den drei Ganztageseinrichtungen buchbar. In anderen Gemeinden, wie Baunatal und Kaufungen, gibt es dieses Angebot schon seit Längerem. In Fuldatal werden durch die Ausweitung der Betreuung zusätzlich 1,5 Vollzeitstellen erforderlich. „Dadurch entstehen Kosten von circa 60 000 Euro pro Jahr“, sagte Werderich.

„Viele Mütter wollen ihre Kinder jetzt vom Essen abmelden“,

sagt Die Mutter eines Kindes im Tanzplatz

Aktuell erfüllt die Gemeinde Fuldatal den nach der Mindestverordnung geforderten Betreuungsschlüssel von 1,75 Fachkräften pro Regelgruppe. „Wir werden prüfen, ob die Arbeitsbelastung für die Erzieherinnen zu hoch ist“, sagte Anne Werderich. Bei dem gegebenen Haushalt sei eine weitere Personalaufstockung aber nicht möglich.

„Es ist positiv, dass wir jetzt flexibler sein können. Aber ich befürchte, dass die Betreuungsqualität darunter leidet. Die Erzieherinnen arbeiten sowieso schon sehr viel“, sagt die Mutter eines Vierjährigen, der den Kindergarten Tanzplatz besucht. Um mögliche Konsequenzen für ihren Sohn zu vermeiden, möchte sie anonym bleiben. Besonders kritisiert sie den Anstieg der Verpflegungskosten: „Viele Mütter wollen ihre Kinder jetzt vom Essen abmelden. Ich denke auch darüber nach.“

Insgesamt sorgen die Neuerungen bei ihr für Unmut: „Ich habe das Gefühl, dass wir und unsere Kinder für den miesen Haushalt herhalten müssen.“ Artikel unten

Von Julia Mohr

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