Geplanter zentraler Feuerwehrstützpunkt Lohfelden – Kritik von den Grünen: Teures Prestigeobjekt

Kosten steigen auf 5,4 Millionen

Geplanter Feuerwehrstützpunkt in Lohfelden: Links ist der Bürotrakt mit den Schulungs- und Sozialräumen zu sehen. Rechts daneben befindet sich die Fahrzeughalle, dahinter (nicht zu sehen) ein Lagergebäude. Der Komplex wird vom Übungsturm überragt, an dem das Löschen in größerer Höhe geprobt werden kann. Zeichnung: kplan AG

Lohfelden. Der neue Feuerwehrstützpunkt in Lohfelden wird teurer als ursprünglich gedacht. Statt 4,8 Millionen Euro – so die Kostenschätzung aus dem Jahr 2008 – muss die Gemeinde 5,4 Mio. Euro für den Bau an der Crumbacher Straße 133 hinlegen. Die Kostensteigerung wird von den Kommunalpolitikern unterschiedlich bewertet. Vor allem von den Grünen kommt Kritik (siehe Artikel unten).

Für die Verteuerung gibt es mehrere Gründe: Neben der allgemeinen Preissteigerung schlägt sich die gute Auftragslage der Baufirmen durch die Konjunkturprogramme in höheren Preisen nieder.

Darüber hinaus wurden aber auch die Bauleistungen ausgeweitet. So soll eine Außentreppe als zweiter Fluchtweg errichtet werden. Auch ein Aufzug zu den Besprechungsräumen ist jetzt vorgesehen; er soll unter anderem den Feuerwehr-Oldies helfen, die Räume zu erreichen.

Außerdem soll der Büro- und Sozialtrakt nach Passivhausstandard (100 000 Euro Mehrkosten) gebaut und das Dach für eine Fotovoltaikanlage mit 66 kWp vorbereitet werden.

„Wir bauen kein Luxusgebäude“, sagt Bürgermeister Michael Reuter. Geplant sei ein Bau „nach dem Stand der Technik“. Der neue Feuerwehrstützpunkt solle schließlich zukunftsfähig sein und 30 bis 50 Jahre genutzt werden. Lohfelden wolle nachhaltig wirtschaften und mache eine „enkeltaugliche Politik“.

Das Konzept sei schlüssig und werde auch von den Feuerwehren mitgetragen. Dies sei wichtig, so der Bürgermeister weiter, denn der Neubau helfe der Gemeinde, die Pflichtaufgabe des Brandschutzes durch ehrenamtliche Feuerwehrleute auch in Zukunft zu sichern. Durch die zentrale Lage werde die Hilfsfrist von zwölf Minuten eingehalten.

Um keine unnötigen Kosten zu verursachen, würden teilweise das alte Mobiliar und die Werkstattausrüstung weiterverwendet, sagt der Bürgermeister.

440 000 Euro Zuschüsse

Der Gebäudekomplex wird für maximal 100 Feuerwehrleute ausgelegt. Spindräume, Umkleiden, Duschen und Toiletten sind für Männer und Frauen getrennt. In der Fahrzeughalle finden acht Löschfahrzeuge Platz, hinzu kommen Werkstatt und Waschhalle. Im Büro- und Sozialtrakt sind Schulungs- und Besprechungsräume vorgesehen. Hier werden auch die drei Feuerwehrvereine aus den Ortsteilen und der Musikzug der Feuerwehr ihre neue Bleibe finden.

Für den Bau erhält die Gemeinde Lohfelden Zuschüsse: Das Land Hessen steuert 400 000 Euro bei, der Kreis 40 000 Euro.

Die drei bestehenden Feuerwehrhäuser werden verkauft. Das Feuerwehrhaus in Crumbach ist schon veräußert. Für Ochshausen gibt es bereits zwei, für Vollmarshausen drei ernsthafte Interessenten, sagt der Bürgermeister.

Die Feuerwehr Lohfelden hat zurzeit 50 aktive Mitglieder aus den drei Wehren, neun davon sind Frauen. Die Jugendfeuerwehr hat 25 Mitglieder, fünf davon sind Mädchen. Die größte Gruppe stellen mit 80 Personen die Feuerwehrsenioren. DAS SAGEN ZEITPLAN

Von Holger Schindler

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