Erste Kinderkrippe im VW-Werk erfolgreich gestartet - Während der Eingewöhnung bleibt Mama dabei

Krabbelkäfer sind schon ausgebucht

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Er fühlt sich wohl: Der 16 Monate alte Philipp hier mit Erzieher Kai Ratsche. Beide haben sich schnell angefreundet.

Baunatal. Der 16 Monate alte Philipp erkundet auf noch etwas wackligen Beinen das Holzmodell des VW-Beetle. Kai Ratsche, Erzieher im Betreuerteam der „Krabbelkäfer“ hat sich mit dem Dreikäsehoch schon angefreundet. Philipp macht es nichts aus, dass seine Mutter Melanie Isufi gerade im Elterncafé sitzt.

Anlass: In Baunatal war die offizielle Einweihung der ersten Kinderkrippe in einem deutschen VW-Werk.

Die Eröffnung sei für sie ein Glücksfall gewesen, sagt Melanie Isufi aus Kassel. Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder und VW-Mitarbeiterin muss wieder arbeiten, um den Haushaltsetat aufzubessern. Der Kindergarten in ihrem Wohnviertel nehme Kinder erst ab zwei Jahren auf, berichtet die 34-Jährige. Isufi gehört zu den Glücklichen, die einen Krippenplatz in dem ehemaligen Bürogebäude der Henschel-Flugmotorenwerke neben dem VW-Kundencenter bekommen haben, das der Kasseler Architekt Friedhelm Schmidt entkernt und hell, freundlich und luftig umgebaut hat.

Die Krippe ist schon ausgebucht. Es habe 50 Voranmeldungen für dieses und nächstes Jahr gegeben, sagt die Frauenbeauftragte im VW-Werk, Sonja Piechowiak. 20 Plätze stehen nur zur Verfügung. Man habe zu Unrecht erwartet, dass nicht alle Eltern die Betreuungszeiten voll ausnutzen und dadurch ein paar Plätze mehr frei würden, sagt Leiterin Antje Mai.

Anfang Juli hat die Eingewöhnungsphase für die Kinder der VW-Mitarbeiter begonnen. „Wir wollen einen sanften Übergang. Erst wenn das Kind die Abwesenheit der Eltern nicht mehr beunruhigt, wenn es sich dann nicht verlassen fühlt, ist es gut“, sagt Mai. Später werde es regelmäßige Gespräche mit den Eltern geben.

Also bleiben Mama oder Papa die ersten Wochen noch bei ihren Kindern, während die das großzügige Spielangebot erkunden, zu dem auch ein Freigelände gehört.

Die ersten Kleinkinder kommen schon morgens um 6 Uhr. Die Frühschicht und Normalschicht im VW-Werk ist mit dem Betreuungsangebot bis 17 Uhr gut abgedeckt. Man nehme im Rahmen der Arbeitszeitmodelle Rücksicht auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter mit Kleinkindern, sagt Piechowiak. Außerdem sei man im Gespräch mit den umliegenden Gemeinden, damit die VW-Beschäftigten einen Überblick über die Betreuungsmöglichkeiten für ihr Kleinkind auch außerhalb des Werks erhielten. Diese Abstimmung erscheint sinnvoll. Sie habe ihre Tochter Emily in der Werkskrippe angemeldet, weil die Betreuungszeit im Kindergarten Leiselzwerge nicht mit ihrer Schicht bei VW in Einklang stehe, sagt die Baunatalerin Rebecca Lorch. (pdi)

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