Silke Geule-Himmelreich tritt aus Partei aus und verlässt Gemeindevertretung

Krach bei Freien Wählern

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Wollte Mandat für FWG erhalten: Fraktionschef Klaus Kreb.

Fuldatal. Silke Geule-Himmelreich hat einen Schlussstrich unter ihre kommunalpolitische Arbeit gezogen. Die Vorsitzende des Handwerker- und Gewerbevereins (HGV) ist aus der Freien Wählergemeinschaft Fuldatal (FWG) ausgetreten und hat ihren Sitz in der Gemeindevertretung zurückgegeben.

Dort hat die FWG zwei Sitze. Neben Geule-Himmelreich gehört Parteichef Klaus Kreb dem Parlament an. Zwischen den beiden klappte offensichtlich die Zusammenarbeit nicht. Dies wird deutlich, wenn man nach den Ursachen der Trennung fragt. Laut Kreb waren berufliche Gründe für den Rückzug Geule-Himmelreichs ausschlaggebend. Davon könne keine Rede sein, entgegnet diese auf Anfrage.

Wählerzuspruch

Kehrt der FWG den Rücken: Silke Geule-Himmelreich.

Im Vorfeld der Kommunalwahl im März 2011 habe sie sich genau überlegt, ob sie für die FWG kandidiere und ob sich bei ihrer Wahl das Mandat mit ihrer Arbeit koordinieren lasse. „Es hätte funktionieren können“, sagt die Selbstständige. Die war durch die Wählerstimmen von einem hinteren Listenplatz nach vorn gespült worden. Die Freien Wähler habe sie sich ausgesucht, „weil sie für mich die bürgernaheste Partei ist“.

Zu ihrem Austritt habe eine „unterschiedliche Auffassung über die politische Arbeit“ innerhalb von Partei und Fraktion geführt. Den entscheidenden Ausschlag habe die Erklärung Krebs gegeben, dass die FWG im Bürgermeisterwahlkampf Klaus Exner (SPD) unterstützten. Dies hätten die Mitglieder während einer Versammlung mit breiter Mehrheit entschieden. Später räumte Kreb ein, das das Votum per Telefonumfrage seinerseits zustande kam.

Schon aus formalen Gründen könne es nicht sein, dass „eine Einzelperson einen Telefonumfrage macht, um so ein Abstimmungsergebnis in dieser Sache zusammenzubekommen“, kritisiert die 45-Jährige. Und auch in der Begründung Krebs zu diesem Votum fand Geule-Himmelreich ihre Position nicht wider.

Wollte Mandat für FWG erhalten: Fraktionschef Klaus Kreb.

Laut FWG-Vorsitzendem hatte gegen den CDU-Kandidaten Karsten Schreiber gesprochen, dass dieser eine Stelle im Rathaus schaffen wolle, die sich um das Ehrenamt in der Gemeinde kümmere. Die FWG wolle nicht Stellen schaffen, sondern stehe für Einsparungen. „Seit Jahren bin ich für das Ehrenamt im Einsatz“, sagt Geule-Himmelreich. Sie habe in diesem Punkt eine genau gegensätzliche Position zu den Äußerungen Krebs.

Nach Austritt aus Partei und Fraktion überlegte die HGV-Vorsitzende zunächst, ihr Mandat als unabhängige Gemeindevertreterin zu behalten. Sie habe sich ihren Wählern verpflichtet gefühlt. Die wäre FWG keine Fraktion mehr gewesen. Damit wollte sich Kreb nicht abfinden, der zudem befürchtete, die 45-Jährige könnte sich anderen Fraktionen anschließen wie der CDU.

Es wurde eine Versammlung einberufen, an der eine handvoll Mitglieder teilnahmen und sich Geule-Himmelreich zum Mandatsverzicht entschied. Sie wolle nicht dafür verantwortlich sein, „dass die FWG ihren Fraktionsstatus verliert“, sagt die Geschäftsfrau.

Von Michael Schräer

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