Lärmbelästigung durch Straßenbahngleise: Anwohner sammelten Unterschriften

Krach auf der Kreuzung

Stein des Anstoßes: Besonders wenn Autos und Lkw ungebremst über die Straßenbahngleise der Vellmarer Rathauskreuzung fahren, fühlen sich die Anwohner in den Häusern der Hauffstraße (im Hintergrund) zunehmend vom Lärm belästigt. Foto: Wewetzer

Vellmar. Viel Grün, hier eine Skulptur, dort ein mit Natursteinen gepflastertes Halbrund mit Gartentisch - eine kleine Idylle haben sich die Anwohner der Hauffstraße in Vellmar trotz der direkt vorbeilaufenden Brüder-Grimm-Straße in ihren Gärten geschaffen.

Doch die Idylle trügt, seit die Straßenbahnschienen auf der Rathauskreuzung verlegt wurden. Der stakkatohafte Lärm, den die Autos beim Überfahren des Gleiskörpers verursachen, lässt viele Anwohner ihren Garten nicht mehr genießen und raubt manchem den Schlaf. Jetzt haben neun Bürger aus der Hauffstraße und acht aus der Kleebreite in einer Unterschriftenaktion gegen die Lärmbelästigung protestiert und von der KVG als Bauherr „bauliche Veränderungen“ gefordert.

Als „nicht erträglich“ bezeichnet Karl-Heinz Arndt, einer der Initiatoren der Unterschriftenaktion, die Situation nach dem Schienenbau. Besonders nachts, wenn die Ampel auf der Landesstraße automatisch auf „Grün“ stehe, bretterten Autos und Lkw oft ungebremst mit überhöhter Geschwindigkeit über die Kreuzung. „Dann hat man den Eindruck, dass eine MG-Salve abgefeuert wird“, sagt Arndt. Dabei seien die Unterzeichner nicht grundsätzlich gegen die Straßenbahn, aber gegen den Krach auf der Kreuzung vor der Haustür.

Die KVG nehme die Bedenken der Anwohner durchaus ernst, erklärte Projektleiter Reiner Brandau auf HNA-Anfrage. Natürlich seien die „Schläge auf der Kreuzung nicht wegzudiskutieren“. Deshalb habe man ein Fachbüro aus Essen beauftragt, eine Messung vorzunehmen. Da die Kreuzungen Obervellmarsche Straße und Rathaus baugleich seien, habe man dort parallel gemessen. Das Resultat: Die Werte seien „fast identisch“ und „vollkommen normal“ gewesen.

Hohe Geschwindigkeit

Der große Unterschied zu anderen Straßenbahnkreuzungen in Vellmar wie Nordstraße oder Mittelring sei laut Brandau, dass auf der Rathauskreuzung „oft mit hoher Geschwindigkeit gefahren wird“. Daher sei die „subjektive Wahrnehmung“ der Anwohner dort anders. In diesen Tagen sei an die Betroffenen ein Antwortschreiben herausgegangen, in dem die KVG ihre Einschätzung der Lage erläutere, bestätigte der Projektleiter. Darüber hinaus werde er bei einem Ortstermin mit den Betroffenen persönlich über die Situation sprechen. Brandau glaubt, dass sich die Lage an der Rathauskreuzung entspannt und sich der Verkehr mehr entzerrt, nachdem alle Kreuzungen für den Verkehr freigegeben sind. „Dann werden sich die Verkehrsbeziehungen an der Rathauskreuzung grundlegend ändern“, ist er überzeugt.

Von Stefan Wewetzer

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