Abschlussveranstaltung des European Art Camps: Kraft der starken Farben

Bunt: Die Skulptur Power-Structure des Amerikaners Michael Velliquette soll künftig im Kreishaus zu sehen sein. Foto: Schilling

Espenau. Eine farbenfrohe Skulptur; zwei mit Wildschweinfell überzogene Kotflügel; vier Bilder auf Leinwand - diese und andere Kunstwerke wurden am Donnerstag bei der Abschlussveranstaltung des European Art Camps (Euarca) 2012 im Waldhotel Schäferberg in Espenau ausgestellt.

Sechs Künstler aus fünf Ländern hatten sich in den vergangenen zwei Wochen mit dem Thema Macht und Verantwortung beschäftigt, gestern präsentierten sie ihre Arbeiten. Das vom Landkreis Kassel initiierte Projekt fand zum vierten Mal statt, wie immer parallel zur documenta. Mit dem Ergebnis des Kunstprojektes zeigte sich Kreispressesprecher Harald Kühlborn sehr zufrieden. „Wir haben zum ersten Mal ein Thema vorgegeben und das Experiment ist gelungen“.

Die Bandbreite der Kunstwerke reicht von Skulpturen über Gemälde und einer Videoarbeit bis zu zusammengesetzten Texten des französischen Künstlers Sébastien Rémy aus Hofgeismars Partnerstadt Pont Aven. Er stellte Künstler vor, die aufgehört haben, Kunst zu machen. Ist das Flüchten aus der Kunst mit der Aussagekraft eines Kunstwerkes vergleichbar? Kann Kunst heute noch Verantwortung übernehmen? Fragen, zu denen Rémy Texte suchte, die er assoziativ zusammenstellte.

„Ich möchte mit meinen Werken Energie und Optimismus vermitteln.“

Ebenfalls aus Pont Aven stammt die Videokünstlerin Camille Roux, die zuerst in Frankreich und nun in Hümme Menschen nach ihren Kriegserlebnissen befragte. „Es war nicht schwierig. Die Menschen wollten darüber sprechen“, sagte sie bei der Präsentation ihrer Arbeit.

Krieg war auch das Thema von Susy Casillas aus Vellmars Partnerstadt Bewdley, deren Bilder von Macht und Ohnmacht des Krieges zeugen.

Mensch und Natur

Der Zusammenstoß zwischen Mensch und Natur steht im Mittelpunkt der Arbeit von Chiara Lecca, die aus Immenhausens Partnerstadt Modigliana gekommen war. Sie hat zwei Kotflügel mit Wildschweinleder überzogen und daraus eine Skulptur gemacht.

Die Macht der Architektur will Michael Velliquette mit seinem Kunstwerk „Power-Structure“ zeigen - auf fröhliche Art. „Durch die starken Farben möchte ich Energie und Optimismus vermitteln“, erklärte der amerikanische Künstler aus Wisconsin.

Gestern wurden die Kunstwerke der sechs Teilnehmer im Rahmen des Euarca +-Projekts des Landkreises in Espenau vorgestellt. Das Gute: Laut Kreissprecher Harald Kühlborn finden alle Kunstwerke in der Region ihre Heimat.

• Die vier Bilder der Malerin Susy Casillas, die sie im und vor dem Rathaus in Vellmar geschaffen hat, bleiben wohl bei der Stadt.

• Die Skulptur des Tirolers Kassian Erhart findet ihren festen Standort auf dem Kreisel an der Neuen Mitte in Espenau.

• Das Werk des Amerikaners Michael Vellliquette findet seinen Standort im Kreishaus.

• Die Zukunft der Arbeit der Italienerin Chiara Lecca ist noch nicht ganz geklärt. Sollte die Stadt Immenhausen sie nicht übernehmen - laut Kühlborn überlegt man dort noch -, springt erst einmal der Kreis ein.

• Die Videoarbeiten von Camille Roux werden vom Kreis ins Internet gestellt.

• Die Gedanken zu Kunst und Künstlern von ihrem Kollegen Sébastain Rémy werden im Katalog zu dem Projekt abgedruckt, der im Oktober erscheinen und im Kreishaus erhältlich sein soll. (swe)

Von Meike Schilling

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