Anwohner in Fuldabrück sorgen sich wegen räudigem Tier – Förster: Für Menschen keine Gefahr

Kranker Fuchs streunt an der Fulda

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Stumpfes, struppiges Fell: An Räude leidet der Fuchs, der seit einigen Wochen den Menschen in Dittershausen auf die Pelle rückt. Unser Bild zeigt ein anderes erkranktes Tier.

Fuldabrück. Er sieht im wahrsten Sinne räudig aus: der Fuchs, der seit ein paar Wochen auf den Feldern am Fulda-Ufer bei Dittershausen zu beobachten ist. Das Fell ist stumpf, zerrupft und verklebt. Dass er krank ist, erkennt man schon von Weitem.

Und auch aus der Nähe; denn es kann sein, dass man dem Tier plötzlich beim Spaziergang Auge in Auge gegenübersteht. Beunruhigend für die Anwohner ist, dass der Fuchs bei seinen Streifzügen inzwischen an das Wohngebiet heranrückt, im Neubaugebiet Hasenwinkel ist er schon in den Gärten gesehen worden.

Doch warum ist das Wildtier so zutraulich? Ist ein Kontakt möglicherweise gefährlich? Joachim Schramm, Revierleiter der Försterei Wellerode, verneint das. Er entkräftet auch den Verdacht, dass es sich um ein tollwütiges Tier handeln könnte. „In Hessen ist seit Jahren kein Tollwutfall mehr aufgetreten. Das Tier leidet sehr wahrscheinlich an der Fuchsräude.“

Da es dem Fuchs nicht gut geht, falle es ihm schwer zu jagen. Deshalb sei das Tier bemüht, anderweitig an Futter zu kommen. Essensreste und Abfälle finde der Fuchs am ehesten im bewohnten Gebiet.

„Eine Gefahr geht von dem Tier nicht aus“, meint der Förster. „Auch wenn sich der Fuchs Menschen nähert, behält er seinen Fluchtinstinkt und läuft weg; ein Angriff ist nicht zu erwarten.“ Würde der Förster dem Tier im Wald begegnen, könnte er es mit seinem Schuss von seinem Leid erlösen. Im besiedelten Gebiet dürfe er das nicht. „Hier dürfen wir nur schießen, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht“, erklärt Schramm.

Wahrscheinlich wird das Tier an der Räude sterben; nur wenige schaffen es, die Krankheit zu überstehen. Angst müsse man vor dem Fuchs nicht haben, meint Schramm. Kindern solle man aber erklären, dass man ein Wildtier, das seine Scheu verloren hat, niemals anfassen dürfe.

Es empfiehlt sich außerdem, Hunde angeleint zu lassen, da sie sich infizieren können. Bei frei laufenden Haustieren wie Katzen sollte man auf Hautveränderungen und Juckreiz achten und im Zweifelsfall den Tierarzt aufsuchen. (pfb)

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