Landkreis Kassel kümmert sich um Entwicklung der Dorfkerne

Alte Immobilien: Dieser Leitfaden gibt Tipps, was damit zu tun ist

Dorfentwicklung am Beispiel Nieste: Mit Unterstützung des Landkreises Kassel hat es die kleinste Gemeinde Nordhessens geschafft, ihrem Dorfkern mit Dorfgemeinschaftshaus und Bürgerbüro ein neues Gesicht zu geben. Foto: Naumann

Kreis Kassel. Was macht man eigentlich mit alten und ungenutzten Immobilien? Diese Frage hat sich der Landkreis Kassel gestellt - und einen Handlungs-Leitfaden zur Dorfkern-Entwicklung erstellt. 

Wenn marode Fachwerkhäuser in einem Dorf irgendwo draußen im Landkreis plötzlich wieder in neuem Glanz erstrahlen und bewohnt sind, ist das ein Hingucker. Eindruck macht auch, wenn längst nutzlose und nicht mehr zu rettende Hausruinen endlich einem überfälligen Neubau weichen – zum Beispiel für altersgerechtes Wohnen, für ein Ärztehaus, oder für den dringend benötigten Dorfladen.

So sah Niestes Mitte früher aus: Nach langem Leerstand wurde der alte Tanzsaal im Januar 2005 abgerissen. 

Tatsächlich aber gibt es in den 126 Dörfern des Landkreises immer häufiger die Situation, dass Hausbesitzer und Kommunen nicht so recht wissen, was sie mit alten und ungenutzten Immobilien machen sollen. Bevölkerungsrückgang und Überalterung führen inzwischen allerorts zu Leerstand und Zerfall. Geld für Renovierungen ist oft nicht da – oder es fehlt die zündende Idee für eine gänzlich neue Nutzung. Ganze Straßenzüge oder Areale drohen so in den Dorfmitten für immer verloren zu gehen.

Für Abhilfe sorgt jetzt ein übersichtlicher Handlungs-Leitfaden zum Thema Dorfkern-Entwicklung. Herausgegeben hat ihn die Arbeitsgruppe Innenentwicklung des Landkreises Kassel. Das Heft ist 40 Seiten stark, praxisnah geschrieben und richtet sich an Verwaltungen, kommunale Gremien, engagierte Bürger und Privatleute gleichermaßen. Ziel ist: Statt dem Zerfall zuzusehen, soll den betroffenen Akteuren das nötige Rüstzeug für einen Neuanfang an die Hand gegeben werden.

Patricia Ruffini

Zentrale Ansprechpartnerin hierfür ist die Regionalplanerin und Landkreismitarbeiterin Patricia Ruffini, die ihr Büro in Hofgeismar hat. Weitere Fachleute des Landkreises stehen je nach Sach- und Problemlage zur Verfügung – angefangen von der Bestandsaufnahme über die Ideenfindung, Projektentwicklung und Planung bis hin zur Finanzierung eines Vorhabens über verschiedene Fördertöpfe.

Ortskern entscheidet

Landrat Uwe Schmidt (SPD) lädt dringend dazu ein, sich das neue Angebot einmal anzuschauen. Denn: „Wie es in einem Ortskern aussieht und wie attraktiv dort Wohnen, Einkaufen und Arbeiten ist, entscheidet über die zukünftige Entwicklung eines Ortes“, sagt Schmidt. So müsse alles dafür getan werden, um Ortskerne zu beleben, Einwohner zu aktivieren und Freiräume für bauliche Entwicklungen zu schaffen.

Ein Beispiel hierfür sei die „Neue Mitte“ in Nieste. Dort wurden Flächen gekauft, der alte Fachwerksaal wurde abgerissen, dafür ein Dorfgemeinschaftshaus mitsamt eines Bürgerbüros neu gebaut. Nebenbei entstand ein Dorfplatz.

„Um so etwas zu erreichen gibt es viele Mittel und Wege“, sagt Peter Nissen vom Servicezentrum Regionalentwicklung des Landkreises. Jedoch müsse die Initiative dafür zunächst von den jeweiligen Kommunen ausgehen – „wir können dann sagen, wie es weitergehen kann.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.