Sonnenstrom vom Kita-Dach

Baunatal will mehr Fotovoltaik auf öffentlichen Gebäuden

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Pionier: Auf dem Dach der Kita am Stadtpark produzieren Fotovoltaik-Module schon seit 24 Jahren elektrischen Strom.

Kreis Kassel/Baunatal. Mit Windkraft konnte die Stadt bisher bei den erneuerbaren Energien nicht punkten. Doch bei der Gewinnung von Sonnenstrom geht es jetzt weiter voran.

Baunatal will mit der Bürgerenergiegenossenschaft Kassel & Söhre kooperieren: Die Genossenschaft soll auf mehreren Dächern öffentlicher Gebäude –vor allem Kitas – Fotovoltaikanlagen errichten, die die Gebäude mit Strom versorgen und den Überschuss ins öffentliche Netz einspeisen. Sie rechne damit, dass im ersten Halbjahr 2018 erste Ergebnisse sichtbar würden, sagte Erste Stadträtin Silke Engler (SPD) auf Anfrage. Die Stadt rechnet in 20 Jahren mit 125 000 Euro Pachteinnahmen.

Zunächst soll die Energiegenossenschaft Fotovoltaik auf den Dächern der Kitas Talrain, Pestalozzi, Wolkenschieber, Rengershausen und Leiselfeld sowie dem Haus der Vereine, dem Zentrum Bornhagen, den städtischen Bauhöfen und der Feuerwehr-Stützpunktwache installieren. Es geht um eine elektrische Leistung von 135 Kilowatt/peak, die überwiegend in den Gebäuden selbst verbraucht werden soll.

Initiative der SPD-Fraktion

Die Fotovoltaik-Offensive geht laut Engler auf eine Initiative der SPD-Fraktion zurück. Die Sozialdemokraten haben die Art der Umsetzung allein mit ihrer Mehrheit entschieden: Bündnisgrüne und CDU sind der Ansicht, das Projekt solle ohne auswärtige Partner realisiert werden und in der Regie der Stadt bleiben. Die FDP will abwarten, bis es neue Technologien gibt. Der Aufbau einer eigenen Stromvertriebssparte würde laut der Kalkulation der Stadtwerke - auf 20 Jahre gerechnet - unter dem Strich einen etwas geringeren Gewinn abwerfen als die Genossenschaftslösung. Für Engler ist die direkte Bürgerbeteiligung entscheidend, „Wir wollen die Menschen begeistern, selbst etwas für die Energiewende zu tun“, sagt sie. Lothar Rost von den Grünen lässt das nicht gelten. Die Stadt könne ja eine eigene Genossenschaft initiieren.

Die Stadt werde sich bei dem Vertragsschluss mit der Energiegenossenschaft Kassel & Söhre Optionen offen halten, sagt Engler. Dabei geht es um eine Öffnungsklausel für die Beteiligung von Baunataler Bürgern an der Genossenschaft. Aber auch um die Möglichkeit, die Fotovoltaikanlagen später mit Stromspeichern nachzurüsten, um diese effizienter zu machen. Momentan sei das noch nicht wirtschaftlich. Au8erdem könne die Stadt die Anlagen der Genossenschaft nach fünf Jahren zum Zeitwert abkaufen. Nach 20 Jahren sollen diese ohnehin ins Eigentum der Stadt übergehen. Die Stadtwerke rechnen damit, dass die Fotovoltaik-Module auch dann noch Strom produzieren, wenn sie wirtschaftlich abgeschrieben sind und führen die Kita am Stadtpark an, die schon seit 1993 Sonnenstrom produziert.

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